
Hier bleiben keine Wünsche offen. Zwar ist das Design der Lampenmaske etwas gewöhnungsbedürftig, hat man sich an die stark futuristische Optik gewöhnt, besticht die Motard mit einem Highlight nach dem anderen. Als Basis dient das 2005er Modell der Honda CRF 450. Dieses Motorrad markierte bereits in den letzten Jahren die Spitzenposition im Motocrossbereich.
Für 2005 legten sich die Japaner erneut gewaltig ins Zeug und konstruierten einen komplett neuen Rahmen. Dieses Aluminiumgerüst der vierten Generation ist sehr filigran gearbeitet, spart dadurch Gewicht und baut im Bereich der Stiefel auch etwas schmaler. Bei HM in Italien erhält die Vorzeigejapanerin dann die nötigen Umbauten für die Straßenzulassung und den Super-Motoeinsatz. Die dazu verwendeten Komponenten sind ebenfalls erste Wahl. So trägt der Endschalldämpfer zwar das HM-Logo, stammt allerdings aus der Schmiede des bekannten Unternehmens Gualdi, in der für diverse europäische und japanische Firmen Tuning- und Nachrüstprodukte gefertigt werden. Für die Kunststoffteile zeichnet Acerbis verantwortlich und die große, schwimmend gelagerte 320er Scheibe stammt von McMaster. Sie wird von der serienmäßigen Motocrosszange und Pumpe verzögert. Lediglich ein sehr schön gearbeiteter Adapter mit graviertem HM-Logo bringt den Sattel in die richtige Position. Ein optischer Leckerbissen ist auch die Klebefolie mit Carbon Optik auf dem Rahmen oberhalb der Fußrasten. Zwar erfüllt sie keinen wirklichen Sinn, ist aber auf jeden Fall sehr schön anzusehen. Genauso wie die polierten Radnaben. Sie runden das gelungene Gesamtbild ab.
Auch die nicht auf den ersten Blick zu sehenden und von HM hinzugefügten Komponenten sind sehr sauber gearbeitet. So befinden sich unterhalb des hinteren Kotflügels zwei Hilfsrahmen, einer zur Stabilisierung des Haltegriffs für den Sozius, denn die Zwei-Personen-Zulassung gibt es ebenfalls zum Motorrad dazu, und einer zur Aufnahme des Seitenständers in eingeklappter Position.
Die erste Frage, die sich stellte, war die, wie viel Leistung und Antrittskraft der Umbau auf Straßenzulassung gekostet hat. Unseren letztjährigen Test einer 250er Zweitakt-HM im Hinterkopf, bei der doch ein immenser Verlust im Vergleich zur Motocrossversion zu verzeichnen war, stellten wir uns auf ein eher zahmes Ag gregat ein. Fast schon beleidigt griff die 450er bereits auf den ersten Metern auf alle ihr zur Verfügung stehenden Reserven zurück, um uns vom Gegenteil zu überzeugen. Gelungen! Die Motard tritt kräftig an, hängt spontan am Gas und steht in diesem Bereich der offenen MX-Version in fast nichts nach. Lediglich der Top-End Bereich ist merklich schwächer.
In Rücksprache mit dem Importeur bestätigte sich unser Eindruck, dass wohl nicht sehr viel an dem Motor verändert werden musste, um die nötigen Zulassungswerte zu erreichen. "Es wurde nur die Auspuffanlage geändert", so die Information, die wir erhielten. Genial oder? Um auf der Rennstrecke das ganze Potenzial einer Standard-CRF ausschöpfen zu können, muss man lediglich einen anderen Auspuff montieren und mit der homologierten Version hat man immer noch genug Druck, um auf einer winkligen Landstraße jeden Plastikbomber alt aussehen zu lassen.
Auch die Bremsen erwiesen sich als perfekt auf das Motorrad abgestimmt. Die Original-Anlage vorne, lediglich mit einer großen Scheibe ausgestattet, ist völlig ausreichend. Sogar einige Sumo-WM-Piloten benutzen die Standard-Nissin-Pumpen anstelle der teuren radialen Ausführungen und montieren lediglich einen größeren Sattel. Einen Wehrmutstropfen gibt es dann allerdings doch noch: das Fahrwerk! Während wir beim Motor froh sind, dass nicht viel im Vergleich zur MX-Version geändert wurde, müssen wir gleiche Tatsache speziell bei der Gabel stark kritisieren. Diese ist viel zu weich und genügt so nicht annähernd den An forderungen im intensiven Super-Moto-Einsatz. Beim Anbremsen taucht sie viel zu weit ein und bringt so große Unruhe in das Motorrad. Auf der Straße kommt das zwar kaum zur Geltung, versucht man auf der Rennstrecke allerdings an die Grenzen zu gehen, erreicht man schnell den kritischen Bereich. Härtere Federn würden hier Abhilfe schaffen.
Die HM CRF Motard 450 F bildet endlich eine Alternative zur europäischen Konkurrenz. Man erhält aus dem Laden Hondamaterial in bekannt Maßstäbe setzender Qualität, welches bereits für die Straße und sogar den Zwei-Personenbetrieb zugelassen ist. Umständliche Kämpfe um die Eintragungen der einzelnen Komponenten entfallen somit. Wer mit ihr die Landstraße unsicher machen möchte oder im Hobbybereich ab und zu seine Runden auf einer Rennstrecke dreht, ist ab Werk bereits völlig ausreichend ausgestattet. Und mit der Anschaffung eines Satzes härterer Federn und einer anderen Auspuffan lage, lässt sich das Motorrad im Handumdrehen auch für den ambitionierten Racer modifizieren.
© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin
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| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 290 Pkt. |
| 2° | Volz, Markus | 227 Pkt. |
| 3° | Götz, Marcel | 200 Pkt. |
| 4° | Kejmar, Pavel | 199 Pkt. |
| 5° | Class, Markus | 199 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Joannidis, Nico | 225,5 Pkt. |
| 2° | Spaniol, Dirk | 216 Pkt. |
| 3° | Hermann, Michaeln | 203 Pkt. |
| 4° | Deitenbach, Jan | 201 Pkt. |
| 5° | Jasinski, Jochen | 188 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 255 Pkt. |
| 2° | Chareyre, Adrien | 248 Pkt. |
| 3° | Lazzarini, Ivan | 224 Pkt. |
| 4° | Hermunen, Mauno | 212 Pkt. |
| 5° | Marie Luce, A. | 159 Pkt. |