Optische Sinnestäuschung? Mit ihrem aggressiv gestylten (Fighting-)roten Gewand sieht unsere Test-FMX-650 auf den ersten Blick aus, als wäre sie direkt von der Rennpiste abkommandiert worden. Aber gemach, denn statt Hightech-Zinnober oder Race-Track Firlefanz setzt Honda hier auf bewährte Technologie und vollen Purismus.
Optische Sinnestäuschung? Mit ihrem aggressiv gestylten (Fighting-)roten Gewand sieht unsere Test-FMX-650 auf den ersten Blick aus, als wäre sie direkt von der Rennpiste abkommandiert worden. Aber gemach, denn statt Hightech-Zinnober oder Race-Track Firlefanz setzt Honda hier auf bewährte Technologie und vollen Purismus. So werkelt im simplen, aber soliden Mono-Backbone-Stahlrahmen der altbewährte, aber sich stetiger Beliebtheit erfreuende 644-ccm-RFVC-Viertakt-Einzylindermotor.
Dessen Akustik wird von zwei extra fetten und Katalysator bewehrten Schalldämpfern im Zaum gehalten. Als nicht nur optische, sondern auch faktische Analogie zur Super-Moto Szene wartet die FMX zusätzlich mit überzeugenden Details auf! Mit Upsidedown-Gabel in üppiger Dimension, mit einer vorderen Bremsscheibe, die den satten Durchmesser einer typischen Festtagstorte besitzt, mit Serienbereifung von Pirelli (Dragon) mit der sprichwörtlichen Haftkraft von Kukident und gar einem Lenker des Edelproduzenten Renthal. Letzteres verwundert umso mehr, da die Serienausstattung der FMX ansonsten eher einem, ähm, Kostendämpfungsmodell gleicht. Für diesen Eindruck stehen z.B. das minimalistische Cockpit ohne Tankanzeige oder die Abwesenheit von Handprotektoren und Gepäckbrücke (letztere sind jedoch gegen Aufpreis erhältlich). Wirklich weh tun uns diese Absenzen jedoch nicht, denn die allgemeine Verarbeitungsqualität ist Honda-typisch hoch und der Einstandspreis appettitanregend niedrig. Mit 6690 Euro seid ihr dabei und ihr solltet lieber zuschlagen, bevor euch Hans Eichel das Geld wieder wegnimmt!
Die Zeiten ändern sich! Früher galt es als sparsam, den E-Starter wegzulassen. Heute gilt es als sparsam, den zusätzlichen Kickstarter wegzulassen. So bleibt dem FMX-Rider der Druck aufs rote Knöpfchen und die Hoffnung auf eine stets gut geladene Batterie...! Anyway, bei uns ballerte der Big-Single meist nach einem kurzen Push freudvoll los. Akustisch dezent, doch mit der vernehmlichen Sonorität von 644 ccm zieht der Vierventil-Viertakter durch das sauber zu schaltende Fünf-Gang-Getriebe. Hierbei erweist sich einmal mehr, dass Hubraum eben durch nichts zu ersetzen ist - außer durch noch mehr Hubraum! Denn trotz einem relativ unspektakulären Leistungsoutput von 28 kW/38 PS (bei 5750 U/min) und einem recht weit gespreizten Fünf-Gang-Getriebe (reicht bis gut 160 km/h) zieht das Triebwerk souverän durch.
Okay, die Leistungsentfaltung ist nicht derart drehfreudig, knackig und aggressiv, wie wir es von einigen hubraumähnlichen "Euro"-SMlern kennen (aber die spielen eh in einer anderen, teureren und race-orientierten Liga). Dafür kontert die FMX mit einem gelungenen Mix aus gelassener Laufruhe (die Ausgleichswelle...), überraschungsfreier Beherrschbarkeit und dennoch genug Horsepower für peppige Sprints. Die maximale Spitzengeschwindigkeit ist hierbei nur von untergeordneter Bedeutung. Denn zum einen degradiert der fehlende Windschutz jeden Enduro-behelmten Piloten ab zirka 120 km/h zum unfreiwilligen Windkanal-Dummy und zum anderen laufen bei Dauervollgas schon mal locker acht Liter Treibstoff durch den 40-mm Gleichdruck-Vergaser. Die daraus resultierende Reichweite (bei elf Liter Tankvolumen) kann sich jeder selbst ausrechnen.
Nun, daraus wird klar, dass unsere lifestylige FMX wohl kaum zum kilometerfressenden Tourenbike taugt. Dafür taugt sie umso mehr für andere Dinge, auf anderen Pfaden. Nämlich zum sportiven Erkunden jedweder Serpentinen, zum lockeren Ritt in Richtung Downtown oder gar zum "Rauslassen der Sau" auf der lokalen Kartbahn.
Die Mischung aus straffen Federungskomponenten (wieder nix für den Tourenkomfort...) und agilem Chassis machen nämlich aus der FMX einen mehr als überraschenden Kurvenkiller. Im Zusammenspiel mit der hervorragenden Serienbereifung setzen somit eigentlich erst die abstehenden Anbauteile (vor allem der Seitenständer links) den potenziellen Schräglagen die Grenze. Trotz diesem lockeren Handling wirkt das Fahrwerk auch im Highspeed-Bereich äußerst homogen und frei von überraschenden Fahrwerksreaktionen. Eine gehörige Portion trägt hier sicher auch die gelungene Sitzposition bei. Ergonomisch bestens adaptiert für durchschnittliche Körpergrößen, vermittelt sie durch ihr sportives Layout ein hervorragendes Kontrollgefühl. Super gelungen ist diese Chassis-Sitzposition-Abstimmung! Auf ähnlich hohem Niveau bewegen sich die Bremskomponenten. Die vordere Scheibenbremse hat zwar einen etwas soften Druckpunkt (keine Stahlflexleitung), packt aber kraftvoll und beständig zu (kein Fading während unseres SM Einsatzes auf der Kartbahn). Die hintere Bremse verrichtete ihren Dienst im besten Sinne unauffällig, also gut dosierbar, kräftig und standfest.
Finito mit der japanischen Super-Moto Lethargie! Mit ihrer stylischen FMX 650 bringt Honda eine kerngesunde SM-Alternative mit Massen-Appeal. Sie sucht einen anderen, weniger elitären Käuferkreis, der polyvalenten Einsatzzweck und überschaubare Technik einer Race-mäßigen Attitüde und exaltierten Wartungsintervallen vorzieht. Sie sieht lecker aus, hat den Fahrspaß gepachtet und kostet nicht die Welt. Mit dieser Kombination hat Honda mal die schlafenden Europäer überrascht...!
© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin
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| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 200 Pkt. |
| 2° | Künzel, Jürgen | 152 Pkt. |
| 3° | Vorlicek, Petr | 134 Pkt. |
| 4° | Volz, Markus | 132 Pkt. |
| 5° | Hiemer, Bernd | 115 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermann, Michael | 194 Pkt. |
| 2° | Jasinski, Jochen | 160 Pkt. |
| 3° | Joannidis, Nico | 137 Pkt. |
| 4° | Spaniol, Dirk | 125 Pkt. |
| 5° | Mikkelsen, Andreas | 106 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 135 Pkt. |
| 2° | Gozzini, Davide | 118 Pkt. |
| 3° | van den Bosch, Thierry | 103 Pkt. |
| 4° | Lazzarini, Ivan | 102 Pkt. |
| 5° | Hiemer, Bernd | 97 Pkt. |