Während Husaberg von dem grossen "Single" auch eine reinrassige Rennversion anbietet (die FS 650C), gibt es von Ihrer kleinen Schwester, der FS 450E, ab Werk lediglich eine strassenzugelassene Ausführung. Doch wie schlägt sich die kleine im weiten Asphaltdschungel öffentlicher Strassen? Sind 450ccm nicht zu wenig für den ausgiebigen Landstrassentrip?
Um dies herauszufinden haben wir die ersten brauchbaren Sonnentage im April genutzt und unserer Kandidatin bei genügend Auslauf die Möglichkeit gegeben, entsprechende Fragen zu beantworten. Artikulationsprobleme scheint es bei den in Österreich gebauten schwedischen Bikes nicht zu geben, denn die Antworten waren, wie schon von der großen Schwester bekannt, mal wieder klar und deutlich.
Bevor man überhaupt losfahren kann, steht natürlich das Anlassen des Motors auf dem Plan. Und bereits hier gibt es Positives zu vermel den. Die 450er reagiert noch williger auf den Im Puls des Anlassers als ihre, seit diesem Jahr eben falls tadellos zu startende große Schwester. Kein wirklicher Vorteil also. Dieser liegt vielmehr in dem kürzeren Hub der Kleinen. Hierdurch sind sowohl Kopf als auch Vergaser tiefer angeordnet und verschwinden nicht so weit zwischen den Wangen des Tanks. Speziell der Choke ist dadurch erheb lich leichter zu erreichen und die bei der 650er öfter mal beim Zurückdrücken dieses Knopfes am Auspuff verbrannten Finger waren bei der 450er nicht zu verzeichnen. Doch wie schlägt sich der geringere Hubraum in Aktion? Nun standen also die ersten Meter mit unserer Testkandidatin an und spätestens beim Verlassen des Hofes unserer Werkstatt war klar, das wird alles andere als ein lang weiliger untermotorisierter Trip. Noch keine 50 Meter zurückgelegt, rollte die "Berg" bereits fleißig auf dem Hinterrad durch unser beschauliches Ört chen und verzauberte alle skeptischen Testerblicke spontan in ein breites Grinsen. Okay, die 450er hat zwar überall etwas weniger Druck als die FS 650e, dank des Sechsganggetriebes ist jedoch immer ausreichend davon vorhanden. Wheelies selbst im zweiten oder dritten Gang sind ein Kinderspiel und spritzige Überholmanöver ein Klacks. Auch werden dank des langen Sechsten, ausgie bige Geraden nicht zur quälenden Drehzahlorgie. Lediglich die Schaltbarkeit könnte besser sein. Das Einlegen des Leerlaufs aus dem ersten Gang ist praktisch unmöglich (bei laufendem Motor) und man muss versuchen, diesen aus dem Zweiten zu treffen. Auch der Gangwechsel unter Volllast könnte minimal leichtgängiger sein. Wiederum hervor ragend in ihrer Bedienbarkeit ist die Kupplung.
Baugleich mit der 650er, stellten wir uns bei der FS 450e auf eine ähnlich gute Chassis Performance ein. Und ohne lange drum herum zureden, unsere Erwartungen wurden erfüllt. Gleichermaßen agil und spurstabil, sind die Husa berg-FS-Modelle sowohl für den schnellen Land straßentrip als auch für den Kartbahnexkurs geeignet. Besonders beeindruckend ist die vordere Bremsanlage. Unglaublich kräftig und trotzdem gut zu dosieren, leistet sie hervorragende Dienste. Etwas schwächelnd zeigte sich zu Beginn das hin tere Pendant. Ordentlich eingebremst war jedoch auch dieses Manko passe. Positiv beeindrucken konnte wiederum die neue Formgebung von Tank und Kühlerspoiler. Diese ist schmaler als im Vorjahr und erlaubt ein besseres Agieren auf dem Bike. Auch die Verwendung eines Auffangbehälters für die Überlaufschläuche des Vergasers ist lobend zu erwähnen.
Auf eine gute Chassis-Performance hatten wir uns eingestellt. Schließlich ist dieses baugleich mit dem der uns seit geraumer Zeit begeisternden FS 650e. Skepsis hingegen war beim 450er Motor angesagt. Sollte dieser Hubraum wirklich ausreichen? Ja, er sollte! Und zwar mehr als gerade so! Auch die FS 450e macht jede Menge Spaß und wer es nicht ganz so kräftig wie bei der Großen und trotzdem potent genug mag, ist mit diesem Motorrad sicher gut beraten.
| Motor | 1-Zylinder, 4-Takt, flüssigkeitsgekühlt |
| Hubraum (ccm) | 449.2 |
| Bohrung / Hub (mm) | 100/57.2 |
| Verdichtung | 13:1 |
| Ventilsteuerung | 4 Ventile / OHC, Kipphebel mit Rollen |
| Motorschmierung | Druckumlaufschmierung, trochoit Ölpumpe |
| Filter System | Papierfilter, auswaschbares Ölsieb, Magnetschraube |
| Starter | E-Starter / Kickstarter |
| Dekompression | vollautomatisch / manuell |
| Zündung | Kokusan digital |
| Batterie | wartungsfreie Batterie 12V 7Ah |
| Vergaser | Keihin MX FCR 41 TPS |
| Auspuffanlage | 2- in -1 Krümmeranlage / vernickelt, Alu-Enddämpfer |
| Kraftstoff | bleifreier Superkraftstoff ROZ 95 |
| Getriebe | 6-Gang |
| Kupplung | hydraulisch / Mehrscheiben Ölbad |
| Primärübersetzung | 29:78 |
| Sekundärübersetzung | 16:38 (Entdrosselt) |
| Rahmen | 25CrMo4 vergütet |
| Lenker | Magura SX Aluminium, konifiziert |
| Vorderradgabel | WP 4860MA USD HUSABERG SUPER-MOTO |
| Federbein | WP 5018DCC PDS HUSABERG SUPER-MOTO |
| Federweg vorne / hinten | 275mm/288mm |
| Bremszylinder vorne | FTE 17,46mm |
| Vorderrad Bremse | FTE 4-Kolben Radialsattel, schwimmend gel., ø 310mm Wave-Scheibe |
| Bremszylinder hinten | Brembo 13mm |
| Hinterrad Bremse | Brembo Einkolben-Sattel, schwimmend gel., ø 220mm Edelstahl |
| Felge vorne | Behr 3.5x17" |
| Felge hinten | Behr 4,25x17" |
| Bereifung vorne / hinten | 120/70-17" / 150/60-17" |
| Radstand | 1481 |
| Sitzhöhe | 870 mm / 320 mm |
| Tankinhalt | 9 Liter |
| Trockengewicht | 112 |
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| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 290 Pkt. |
| 2° | Volz, Markus | 227 Pkt. |
| 3° | Götz, Marcel | 200 Pkt. |
| 4° | Kejmar, Pavel | 199 Pkt. |
| 5° | Class, Markus | 199 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Joannidis, Nico | 225,5 Pkt. |
| 2° | Spaniol, Dirk | 216 Pkt. |
| 3° | Hermann, Michaeln | 203 Pkt. |
| 4° | Deitenbach, Jan | 201 Pkt. |
| 5° | Jasinski, Jochen | 188 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 255 Pkt. |
| 2° | Chareyre, Adrien | 248 Pkt. |
| 3° | Lazzarini, Ivan | 224 Pkt. |
| 4° | Hermunen, Mauno | 212 Pkt. |
| 5° | Marie Luce, A. | 159 Pkt. |