Eddie Seels SM 600 RR

Hier passte einfach alles: Eddie "The Soul" Seel, sein Bike und das Zupin-Husqvarna-Team fanden in der vergangenen Saison ganz einfach den richtigen Groove. Ein Testritt auf Eddies siegreicher Husky sollte abchecken, welchen Anteil dieses Motorrad am Europameistertitel trägt.

Im Stand: Into the soul

Rein äußerlich gibt es nur verhaltene Anzeichen darüber, was dieses Motorrad so besonders macht. Nix da mit exotischem Factory Look, nix da mit massivem Carbon-, Titan- und Magnesiumeinsatz. Klar, es gibt sie schon, diese optischen Signale der Andersartigkeit, des Besonderen. Aber sie bleiben meist im Bereich dessen, was für jedermann (mit entsprechendem "Kleingeld") bei der Zubehörindustrie zu beziehen ist. So z.B. die wertigen Öhlins-Federungskomponenten, die 17-Zoll-Felgen von Excel, der Renthal-Lenker mit Lenkungsdämpfer, ein Keihin-FCR-41-Vergaser, die "Oversized"-Bremsanlage von Brembo (mit Scheibendurchmesser vorn 320 mm) oder die Titan-Auspuffanlage "made by Akrapovic". Bei den "inneren Werten" sieht?s jedoch schon anders aus. Hier wurde hochspezialisiertes Fachwissen und langjährige Race-Erfahrung quasi mechanisch umgesetzt.

Wer weiß, wie viele Stunden, ja Wochen für die Entwicklung eines höchstkompetitiven Motors "draufgehen". Hier stellt sich nicht mehr die Frage, ob dies alles auch für den "Normalverbraucher" finanzierbar wäre. So wurde der Hubraum auf satte 598,60 Kubik erhöht, wobei interessant ist, dass es bei der ursprünglichen Bohrung von 98 mm blieb, der Hub jedoch von 76,40 auf 79,40 mm erhöht wurde. Das soll unter Beibehaltung der Drehfähigkeit für ein merkliches Plus an Drehmoment sorgen. In gleichem Zuge wurde der Kolben abgespeckt und in der Form modifiziert sowie die Kompression von milden 10:1 auf wilde 12,5:1 angehoben.

Man erfährt noch, dass die Kurbelwelle um 30 Prozent leichter ist als das Serienpendant, die Wasserpumpe für einen erhöhten "Fluss" sorgt und dann erschöpfen sich die genauen Aussagen. Aber man kann ohne Zweifel davon ausgehen, dass mehr als eine Stunde Gehirnschmalz und Körperschweiß in Konzeption und Ausführung weiterer Modifikationen (z.B. im Zylinderkopf) stecken. Das Ganze addiert sich dann zu einem erfreulich niedrigen Leergewicht (ohne Sprit) von 109,3 kg. So viel zu den statischen Facts ? but now let?s go out sliding!

In Aktion: Soul Slider

Eine kurze Pressemitteilung des Hauses Zupin bringt die Fahrperformance auf den Punkt: "Das Motorrad ist steifer, fahrpräziser, leichter und vor allem leichter zu fahren. Die Ermüdung des Piloten wird somit reduziert, sein Fahrkomfort erhöht." Okay, auch wenn das wortwörtlich genommen nach so ?ner Art "Rennsofa" klingt ? zum Ausruhen taugt das Teil nicht, aber ein Kern Wahrheit steckt dennoch in dieser Aussage. Laut Meinung des Foto-Actionpiloten Alef Hlad (seines Zeichens slowenischer Super-Moto-Champ auf einer seriennaher Husky SM 570) fällt es mit der seel-igen SM 600 auf Anhieb leichter schnell zu fahren. O-Ton: "Das Teil macht ganz einfach das, was du willst, fährt dahin, wo du willst!"

Insgesamt wirkt die SM 600 kompakter als das hochbeinige Enduro-Pendant TE 570. Kupplung und Getriebe arbeiten super-smooth und präzise zusammen, eben genau so, wie man das von einem top-vorbereiteten Bike erwartet. Allerdings ist die Art der Leistungsentfaltung überraschend. Offen gestanden: Bei den nominalen 73 PS hätte wohl jeder auf ein brutales Killertriebwerk getippt, das nur noch von Piloten vergleichbar mörderischer Ins-tinkte dirigierbar sei. Völlig daneben! Der Leistungsschub der SM 600 lässt sich überraschend gut kontrollieren. Die Art der Entfaltung ist betont gleichmäßig. Erst ab den unteren Mitten bis in hohe Drehzahlbereiche ist ein deutliches Power-Plus im Vergleich zum Serienaggregat verspürbar. Die Drehfähigkeit ist trotz des minimal längeren Hubes hervorragend.
Insgesamt fügt sich diese Art der Leistungscharakteristik harmonisch in das Fahrwerk ein. Die Federungskomponenten filtern sämtliche Unebenheiten förmlich weg, das Chassishält die Spur wie ?n ICE und fühlt sich dennoch handlingsmäßig eher nach ?nem Bike der 400-Kubik-Klasse an! Auch weniger versierte Piloten waren davon überrascht, in welchem Maße dieses Fahrwerk Freude bereitet und gleichzeitig Fehler verzeiht. Da ist es kaum noch verwunderlich, dass die Bremskomponenten in derselben Liga spielen ? ultra-kraftvoll zupackend und dennoch mit jenem Feedback gesegnet, das keinen Wunsch nach ABS aufkommen lässt!

Fazit: Human SOUL

Die Mensch-Maschine! Es gibt sie sicher, die mit überbordender Leistung gesegneten Werksboliden, deren Schubkraft nur noch von einer Hand voll talentierter Piloten mit dem "goldenen Gashändchen" umgesetzt werden kann. Die vom deutschen Importeur Zupin aufgebaute Husqvarna SM 600 RR stellt hier ganz klar eine Antithese auf. Sie ist ein "menschliches" Modell, das Stärken fördert und gleichzeitig Fehler verzeiht. Sie ist ganz einfach die Super-Motomaschine, auf die wir alle schon lange gewartet haben! Wann fällt der Startschuss für die Übernahme in die Serienproduktion?

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Stand DM

DM S1 Klasse
Hermunen, Mauno 290 Pkt.
Volz, Markus 227 Pkt.
Götz, Marcel 200 Pkt.
Kejmar, Pavel 199 Pkt.
Class, Markus 199 Pkt.

DM S2 Klasse
Joannidis, Nico 225,5 Pkt.
Spaniol, Dirk 216 Pkt.
Hermann, Michaeln 203 Pkt.
Deitenbach, Jan 201 Pkt.
Jasinski, Jochen 188 Pkt.
Stand: 05.10.11 - alle Angaben ohne Gewähr

Stand WM

WM S1 Klasse
Chareyre, Thomas 255 Pkt.
Chareyre, Adrien 248 Pkt.
Lazzarini, Ivan 224 Pkt.
Hermunen, Mauno 212 Pkt.
Marie Luce, A. 159 Pkt.
Stand: 01.09.11 - alle Angaben ohne Gewähr