Wir befinden uns in einer Zeit, in der die Super-Moto Szene boomt, die Absatzzahlen der dort schon lange vertretenen Hersteller steigen und die anderen jeweils versuchen, mindestens ein Motorrad entsprechender Kategorie anzubieten. Denn wo Geld zu verdienen ist, möchte keiner freiwillig aussen vor bleiben.
Teilweise beläuft sich das Engagement der Firmen bezüglich der Entwicklung solcher Fahrzeuge allerdings rein auf das verbauen von 17-Zoll-Felgen in irgendwelchen Enduro-ähnlichen Motorrädern. Anders beidem im Super-Moto Sport etablierten Unternehmen Husqvarna. Hier bereichert seit einigen Wochen eine komplette Neukonstruktion den Markt - Die SM 610.
Mehr als jemals zuvor ist an der neuen 610er zuerkennen, in welchem Land Husqvarna designt, entwickelt und produziert. Sowohl aus dem Automobil wie auch dem Straßenmotorradbereich bekannt, wurde die edle Linienführung italienischer Zeichenbrettkünstler nun auch in einer Super-Moto verewigt. Zwar teilen sich die Meinungen bezüglich der optischen Integrität einzelner Komponenten, in seiner Gesamtheit betrachtet, sind sich jedoch alle einig, ein echtes Kunstwerk. Von der Farbe der Plastikteile über das dezente Dekor bis hin zu den Miniaturblinkern in Carbonoptik verschmilzt alles zu einer Einheit.
Da stört es auch nicht, dass manch einem die Abdeckung der Auspuffanlage nicht zusagt, die vordere Kombination aus Scheinwerfer und Kotflügel, für sich und von der Seite betrachtet, stark an einen Entenschnabel erinnert, oder das Rücklicht im Verhältnis zu den Blinkern viel zu wuchtig erscheint. Es ist ein Motorrad, mit dem man neben dem kernigen Sound auch durch eine beeindruckende Gesamtoptik vor der Eisdiele auf sich aufmerksam machen kann. Genau hierfür ist es konzipiert, den Alltagsbetrieb. Der Weg zur Arbeit, die sonntägliche Runde durch die City oder auch der Spaß-Ausflug auf die Kartbahn sind ihr Metier. Wie sich die SM 610 dort schlägt? Hier unser Bericht!
Leider wird ab den ersten Metern deutlich, dass hier den Behörden Tribut gezollt werden musste. Bei einem 610er Motor, auch wenn er im Endeffekt nur 576,28 ccm hat, erwartet man eine gewisse Antrittskraft. Diese können wir der SM 610 nicht in vollem Maße attestieren. Vorgeschriebene Abgaswerte und ein dazu verbauter ungeregelter Katalysator tragen ihren Teil dazu bei. Man merkt förmlich, wie das Aggregat ?zugestopft" wurde. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch auch, dass man ihm mit relativ einfachen Mitteln mehr Druck verleihen kann. Natürlich nur für die Rennstrecke, denn wir würden euch niemals der Straßenverkehrszulassungsordnung nicht entsprechende Komponenten für den Betrieb in der Öffentlichkeit empfehlen. Im Serienzustand möchte der Motor bei Laune gehalten werden, um damit zügig unterwegs sein zu können.
Theoretisch auch kein Problem, wäre da nicht der Drehzahlbegrenzer. Dieser machte sich gleich am ersten Testtag unbeliebt. Entspannt auf der Landstraße hinter einem Traktor mit Anhänger cruisend und eine Lücke im Gegenverkehr bis zum nächsten Lkw erspähend, dachte ich mir: "Einfach den Hebel umlegen, stehen lassen und dann passt das dicke!" Zum Glück hat der nette Mensch hinter dem Lenkrad des 40 Tonners meine Lichthupe gesehen und abgebremst, als neben dem landwirtschaftlichen Gespann plötzlich bei knapp über 8000 Umdrehungen der Begrenzer einsetzte und abrupt der Vortrieb abriss. Das Leucht-/Notsignal kam allerdings nicht vom Scheinwerfer der 610er, dazu war ich viel zu sehr mit Hochschalten beschäftigt, als dass ich diesen hätte betätigen können, sondern vielmehr vom Weiß meiner Augen, welche in dem Moment etwa einen halben Meter über das Brillenglas hinaus hervorgetreten waren. Aber gut, den nächsten Gang eingelegt, vor dem Traktor eingeschert und die Welt war wieder in Ordnung. Stellt man sich auf den etwas fehlenden Druck im unteren Bereich und das frühe Ende des Drehzahlbandes ein, lässt sich die SM 610, wie bereits erwähnt, durchaus zügig bewegen. Ihr fehlt es keinesfalls an Potenzial und man merkt, würden ihr die Drosseln genommen, wäre noch viel mehr möglich.
Eigentlich können wir uns hier kurz fassen und die Bilder sprechen lassen, denn schließlich handelt es sich um ein neues Motorrad mit neuer Optik und neuen Komponenten. Man fühlt sich auf Anhieb wohl auf der jüngsten Konstruktion aus dem Hause Husqvarna, ein agiles und gut zu kontrollierendes Gesamtkonzept.
Die Husqvarna SM 610 fühlt sich in ihrem Einsatzgebiet, ebenso wie der Fahrer sich auf ihr, pudelwohl. Sowohl Motor als auch Chassis bieten im Alltags-Spaß-Betrieb weit mehr als ausreichende Performance. Zweites tut dies auch auf der Rennstrecke und der Motor gibt ganz klar zu verstehen, dass er zu Gleichem in der Lage wäre, würde man ihm die Bürde der Straßenzulassungsfähigkeit nehmen. Gepaart mit einer gelungenen Optik bereichert die neue schwarze Italienerin (es gibt sie natürlich auch in blau/gelb) den Motorradmarkt in einer überaus positiven Art und Weise.
© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin
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| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 200 Pkt. |
| 2° | Künzel, Jürgen | 152 Pkt. |
| 3° | Vorlicek, Petr | 134 Pkt. |
| 4° | Volz, Markus | 132 Pkt. |
| 5° | Hiemer, Bernd | 115 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermann, Michael | 194 Pkt. |
| 2° | Jasinski, Jochen | 160 Pkt. |
| 3° | Joannidis, Nico | 137 Pkt. |
| 4° | Spaniol, Dirk | 125 Pkt. |
| 5° | Mikkelsen, Andreas | 106 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 135 Pkt. |
| 2° | Gozzini, Davide | 118 Pkt. |
| 3° | van den Bosch, Thierry | 103 Pkt. |
| 4° | Lazzarini, Ivan | 102 Pkt. |
| 5° | Hiemer, Bernd | 97 Pkt. |