Keine Frage, mit der neuen 660ER SMC hat KTM ein Super-Moto Motorrad auf den Markt geworfen, das die verwöhntesten geschmäcker befriedigt. Sollte man zumindest meinen. Ganz anderer Meinung ist da Axel Bergfeld, Tuner im Ostwestfälsichen Bielefeld, der es nicht auf sich sitzen lassen will das es nichts zu verbessern gäbe.
Und so beginnt er erst einmal eine gründliche optische Kur, um jede Verwechslung mit dem Serienprodukt auszuschließen. Den Anfang macht er bei den königsblauen Plastikteilen und geht bis zu seinem selbst gefertigten großflächigen KTM-Logo auf Tank und Lufthutzen im Retro-Look der 70er Jahre (zwei Kleber für 33,- Euro). Die polierte Schwinge ist ebenfalls nicht serienmäßig, aber für 100,- Euro für jedes KTM-Mode auf Hochglanz zu bringen. Ebenfalls nicht serienmäßig sind die schwarz eloxierten Felgen, was noch einmal mit je 40,- Euro zu Buche schlägt, wobei wir allerdings noch nicht darauf hingewiesen haben, dass die hintere Felge dabei auch noch gleich um ein halbes Zoll auf sensationelle 5,5 Zoll angewachsen ist. Theoretisch würde auch eine 6-Zoll-Felge Platz finden, wenn man sie asymmetrisch einspeicht. Aber dann würden die Reifen wahrscheinlich langsam die gleichmäßig runde Form verlieren, wenn sie über solche Breite gespannt würden. 5,5-Zoll-Felgen werden aber auch noch von den Werksteams eingesetzt.
Ein optisches Highlight sind zweifellos auch die beiden Bremsscheiben von Moto-Master (hinten, 99,- Euro). Der Name "Ultra-Light" spricht für sich, denn obwohl ein Millimeter dicker als die Original-Scheiben sind sie vom Gewicht her trotzdem drunter. Dazu kommt, dass sie nicht aus Guss-Material gefertigt sind, sondern, wie in der Superbikeszene schon längst üblich, aus bruchfestem und rostfreiem Edelstahl.
Diese vordere, schwimmend gelagerte Racing Bremsscheibe (259,- Euro) wird von einem blau eloxierten, aus dem vollen gefrästen 6-KolbenAlu-Bremssattel von Lucas (zum Preis von 459,-Euro) verzögert - angesteuert durch die 16mm-Lucas-Radial-Bremspumpe am Handhebel.
Nun belässt es Bergos aber nicht bei solchen Äußerlichkeiten, wenngleich der Akrapovic Endschalldämpfer ein sichtbares Zeichen für die Tuningarbeiten am Motor ist. Die komplette Titan-Anlage kostet immerhin 999,- Euro, bringt aber auf Anhieb und ohne weitere Änderungen sechs PS. Was wiederum beweist, dass die Serien-KTM mit dem Original Schalldämpfer Zugeständnisse an den TÜV machen muss. Auf der Suche noch noch mehr Leistung wurde eine speziell für den neuen Kopf, den KTM High-Flow nennt, auch eine völlig eigenständige Nockenwelle für 289,- Euro gefertigt. Die passt auch für alle anderen KTM-Modelle mit dem neuen Kopf. Die Original-Nockenwelle lässt nämlich genauso viel Zeit für den Gaswechsel wie bei den alten Modellen - sie ist lediglich geringfügig zur Kurbelwelle versetzt. Insgesamt hat der neue Zylinderkopf von Haus aus bereits größere Auslasskanäle als bisher und einen geradlinig verlaufenden Ansaugkanal - was insgesamt aber trotzdem von Bergos noch zu verbessern ist. Nur die Verdichtung und die Quetschkante zu verändern, ist mit verhältnismäßig wenig Aufwand für nur 80,- Euro zu bewerkstelligen. Die gründliche Überarbeitung, bei der auch der geänderte Ringspalt bei den sich öffnenden Ventilen schon früher größeren Gasfluss erlaubt, schlägt dagegen mit 399,- Euro zu Buche.
Der Prüfstand bescheinigt anschließend einen Gewinn von 16,7 PS am Hinterrad. Das bedeutet rein rechnerisch 78 PS an der Kupplung und einen Leistungsgewinn von 30 Prozent! Auch das Drehmoment wuchs von 65 bei der Serienmaschine auf 74 Nm. Argumente, denen man sich nur schwer verschließen kann.
Doch damit muss noch nicht das Ende erreicht sein. Einige Ideen schlummern noch in Bielefeld. Da wäre die Möglichkeit, in einem eigens gefertigten Luftfilerkasten eine Trockenluftfilterpatrone zu verwenden oder eine Black-Box ohne Drehzahlbegrenzer und das alles mit speziell abgestimmtem Akrapovic-Schalldämpfer, was dann vielleicht noch einmal zwei bis drei PS bringen würde. Doch logischerweise wird es ab einem bestimmten Punkt immer schwieriger und aufwendiger noch weitere Pferdestärken zu finden. Da würde dem Vorwärtsdrang vielleicht ein extra kurzes Renngetriebe weiterhelfen, das bei Bergos auch schon für 999,- Euro im Regal liegt.
Wie immer hat man bei Bergos alle Möglichkeiten ausgeschöpft, ohne Rücksicht auf TÜV oder die Straßenzulassungsbehörden zu nehmen. Schon das Heck ohne Rücklicht und Nummernschildhalterung deutet auf den Gebrauch auf der Rennstrecke hin. Aber trotzdem sind beispielsweise die optischen Änderungen grundsätzlich auch für ein straßenzugelassenes Motorrad umzusetzen, wie beispielsweise auch die Bremsanlage. So bekommen die Bremsscheiben im Februar (laut Herstellerangaben) ebenso ein Mustergutachten, wie es beispielsweise der Bremszylinder schon jetzt hat. Der hat nämlich auch einen Bremslichtschalter, wie es sich im Straßenverkehr gehört. Fehlt nur noch der passende Streetfighter-Rückspiegel, in dem man seine Konkurrenten kleiner werden lassen kann.
Bezugsquelle:
Firma Bergos
Jöllenbecker Str. 578
33739 Bielefeld
Tel. 05206-70373
www.BERGOS.de
© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin Text: Robert Pairan
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| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 290 Pkt. |
| 2° | Volz, Markus | 227 Pkt. |
| 3° | Götz, Marcel | 200 Pkt. |
| 4° | Kejmar, Pavel | 199 Pkt. |
| 5° | Class, Markus | 199 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Joannidis, Nico | 225,5 Pkt. |
| 2° | Spaniol, Dirk | 216 Pkt. |
| 3° | Hermann, Michaeln | 203 Pkt. |
| 4° | Deitenbach, Jan | 201 Pkt. |
| 5° | Jasinski, Jochen | 188 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 255 Pkt. |
| 2° | Chareyre, Adrien | 248 Pkt. |
| 3° | Lazzarini, Ivan | 224 Pkt. |
| 4° | Hermunen, Mauno | 212 Pkt. |
| 5° | Marie Luce, A. | 159 Pkt. |