KTM 950 SM - New Dimensions

Zwei Zylinder, 98 PS, Über 200 KM/H Spitze und 191 KG fahrfertig ohne Benzin sind Daten, mit denen man alles mögliche verbindet, aber mit Sicherheit keine Super-Moto. Allerdings stecken 17-Zoll-Räder mit Breiten schwarzen Gummis im Motorrad und auch auch die Modellbezeichnung nimmt genau dieses in Anspruch: 950 SM, SUPER-MOTO eben!
Es handelt sich hierbei um die neueste Kreation aus dem Hause KTM und neben der Super Duke ist dies ein weiteres Bekenntnis der Mattighofener zu deren klar gestecktem Ziel: die Eroberung des Straßenmarktes. Bei einer Präsentation in der Toskana hatten wir die Möglichkeit dieses neuartige Konzept eines Motorrads erstmals unter die Lupe zu nehmen.

Super-Moto, ein Sport, der seinen Ursprung in den USA hat. Im Jahre 1979 kreierte der bekannte TV-Sender ABC ein Rennen mit dem Namen "The Superbikers". Die Strecke bestand zur Hälfte aus Asphalt, die andere Hälfte verlief Off Road. Intention des Projektes war es, den bes­ten Motorradfahrer weltweit zu ermitteln. In den 80ern wurde das Konzept nach Paris-Bercy verlegt und erhielt den Namen "Guidon d'Or". Bereits 1988 gab es die erste Französische Meisterschaft. KTM, seit jeher als führende Kraft in den Super-Moto Sport involviert, war 1998 dann auch der erste Hersteller, der ein Serienmotorrad dieser Sparte auf den Markt brachte, die KTM 620 LC4 Super-Moto Competition. Heute hat sich Super-Moto europaweit etabliert und beginnt mit der AMA-Meisterschaft sein Ursprungsland zurückzuerobern.
KTM versteht sich ganz klar als Vorreiter in der 17­ Zoll-Sparte und die 950er soll das Super-Moto­ Level auf ein neues Niveau heben. Ebenso wie mit der Super Duke will KTM sich mit der 950 SM erstmals im Straßensegment platzieren. Das Motorrad soll sowohl Offroadfahrer auf die Straße bringen als auch Straßenpiloten an den Offroadsport heranführen. Es ist eine große Brücke, die die Mattighofener hier schlagen möchten.
Lebt Super-Moto nicht gerade von der Agilität der leichten Motorräder und der kontrollierbaren Spitzenleistung der Aggregate? Ist es nicht genau das, was an jedem Sommersonntag auf unzähligen winkligen Landstraßen bundesweit die Knieschleifer-Fraktion so alt aussehen lässt? Was passiert, wenn es plötzlich nicht mehr 110, sondern 191 kg sind, die schnell von einer Seite auf die andere gewuchtet werden wollen? Was passiert, wenn nicht mehr um die 50 bis 60 PS, sondern deren 98 kontrolliert ans Hinterrad abgegeben werden wollen? Natürlich ist KTM ein Wirtschaftsunternehmen mit dem Ziel zu expandieren, aber wird hier nicht lediglich der momentane Super-Moto Boom ausgenutzt, um durch die Konstruktion einer anderen Tank-Sitzbank-Kombination für die Super Duke und das Draufschreiben des Kürzels SM noch mehr Motorräder zu verkaufen? Doch dazu später. Zunächst einmal zur Hardware.

Die Technik

Die KTM 950 SM ist mit dem bekannten LC8 Motor ausgestattet. Hierbei handelt es sich um einen Zweizylinder-V-Motor mit 942 ccm. Im Gegensatz zur Super Duke wird dieser in der Super-Moto durch Vergaser und nicht durch eine Einspritzanlage befüllt. Der 3,2 Liter große externe Öltank wurde zur optimalen Kühlung vor dem Motor platziert. Die stufenweise Übertragung der satten Leistung von 98 PS ans Hinterrad übernimmt ein Sechsganggetriebe. Getragen wird das Aggregat von einem Chrommolybdän-Gitterrohrrahmen, welcher durch seine kompakte Bauweise einen sehr kurzen Radstand erlaubt. Gefedert wird das Ganze durch WP-Elemente mit speziellem Setting für Super-Moto. Diese sind sowohl in Federvorspannung, Zug- und Druckstufe einstellbar. Für die Verzögerung sorgen Komponenten aus dem Hause Brembo. Auf zwei schwimmend gelagerte 305er Scheiben drücken insgesamt acht Beläge in zwei radial verschraubten Vierkolbensatteln. Bremskraft pur! Festhalten darf und muss man sich sowohl beim Beschleunigen als auch beim Verzögern an einem konifizierten Maguralenker.

ERSTE PRAXIS-IMPRESSIONEN

Wie bereits zu Beginn erwähnt, lassen die Daten der KTM 950 SM auf vieles schließen, jedoch nicht auf eine Super-Moto. Wir stellten uns also auf ein schwerfälliges Kraftmonster ein und sollten umgehend eines Besseren belehrt werden. Bereits nach den ersten Metern wird klar, dass KTM sein Ziel, nämlich das Handling eines Einzylinders, absolut erreicht hat. Spielerisch lässt sich das Motorrad trotz V2 und 191 kg selbst über winkligste Landstraßen steuern. Zahm, fast schon zu zahm präsentiertsich hierbei der Motor. Sanft von unten einsetzend ist dieser alles andere als unkontrollierbar. Erst ab der Mitte steigt die Leistung steiler an und katapultiert das Motorrad auf eine Endgeschwindigkeit von über 200 km/h. Verloren geht dadurch leider etwas der Spaß des Wheeliefahrens. Zwar lässt sich das Motorrad auf langen Geraden auf dem Hinterrad bis auf Geschwindigkeiten weit jenseits des Vernünftigen beschleunigen und bleibt dabei unglaublich ruhig, das Anlupfen des Vorderrades aus engen Kurven und der langsame Eisdielen-Wheelie sind mit der Original-Abstimmung allerdings eher ein Krampf. Schon eine kürzere Obersetzung würde hier Wunder wirken.

Dass die neueste Kreation aus dem Hause KTM das Kürzel SM wirklich verdient hat, konnte sie letztendlich auf einer Kartbahn unter Beweis stellen. Pusht man das Motorrad ans Limit, wird es nicht etwa nervös, sondern bringt umso mehr seine sportlichen Qualitäten zum Vorschein. Das agile Handling, die unglaublich starken und gut zu dosierenden Bremsen und das WP-Fahrwerk liefern Fahrspaß pur. Hilfreich für SuMo-Neulinge ist ein nettes kleines Feature unter der Sitzbank. Hier ist ein Aufkleber mit verschiedenen Fahrwerkseinstellungen für diverse Einsatzgebiete angebracht, die es auch dem Laien ermöglichen, diese im Handumdrehen anzupassen. Einzig eine kürzere Übersetzung wäre hier noch mehr als auf der Straße empfehlenswert.

FAZIT

Konzept gelungen! KTM hat es ganz klar geschafft, noch mehr Einsatzmöglichkeiten in einem Motorrad zu vereinigen, als dies bisher irgendwo der Fall war. Obwohl die 950 SM eindeutig Qualitäten eines Straßenmotorrades aufweist, liefert sie auch pures Drift-Vergnügen und wird somit ihrem Super-Moto Anspruch absolut gerecht. Natürlich ist sie in keinem Bereich perfekt, das, was sie jedoch durch ihr Hineinreichen in andere Bereiche jeweils verliert, macht sie dort mehrfach wieder gut.

© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin
Photo: F. Lheritier & H. Mitterbauer

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Stand DM

DM S1 Klasse
Hermunen, Mauno 200 Pkt.
Künzel, Jürgen 152 Pkt.
Vorlicek, Petr 134 Pkt.
Volz, Markus 132 Pkt.
Hiemer, Bernd 115 Pkt.

DM S2 Klasse
Hermann, Michael 194 Pkt.
Jasinski, Jochen 160 Pkt.
Joannidis, Nico 137 Pkt.
Spaniol, Dirk 125 Pkt.
Mikkelsen, Andreas 106 Pkt.
Stand: 12.07.10 - alle Angaben ohne Gewähr

Stand WM

WM S1 Klasse
Chareyre, Thomas 135 Pkt.
Gozzini, Davide 118 Pkt.
van den Bosch, Thierry 103 Pkt.
Lazzarini, Ivan 102 Pkt.
Hiemer, Bernd 97 Pkt.
Stand: 12.07.09 - alle Angaben ohne Gewähr