Doppelkurven richtig fahren...Kurventechnik Part 2

"Ich habe die vorherige Kurve durchfahren und konzentriere mich bereits auf die nächste Kurve. Man sieht hier deutlich den vorausschauenden Blick, mit dem ich mir bereits meine Linie und den Bremspunkt wähle. Ich setze mich leicht nach hinten und lege meinen Zeige- und Mittelfinger jeweils auf die Kupplung und die Handbremse. Die anderen Finger bleiben am Griffgummi, um das Motorrad fest in der Hand zu behalten und um bei eventuell auftretendem Lenkerpendeln nicht abzurutschen. Damit es möglich ist, mit nur zwei Fingern zu bremsen oder zu kuppeln, müssen die Hebel selbstverständlich vorher entsprechend eingestellt werden."

"Hier befinde ich mich direkt am Bremspunkt. Ich stehe bereits mit dem Fuß auf der Hinterradbremse und lege gleichzeitig mit dem linken Fuß den passenden Gang ein. Die Handbremse habe ich ebenfalls bereits leicht gezogen und hohe dosiert die Kupplung auf Zug, um ein Hinterradstempeln zu vermeiden. Der Blick ist auf den Scheitelpunkt der Kurve gerichtet. Auch der Fußbremshebel muss passend eingestellt sein, nämlich leicht nach unten, um nicht zu viel Druck durch den steifen Stiefel beim Bremsen zu erzeugen. Das Hinterrad könnte sonst unkontrolliert ausbrechen.

"Ich drücke das Motorrad durch Gewichtsverlagerung und leichten Zug an der linken Lenkerseite langsam in die Kurve. Der Blick konzentriert sich weiterhin auf den Scheitelpunkt der Kurve. Die Bremsen und die Kupplung werden noch dosiert betätigt, um das Motorrad auf der Ideallinie zu halten. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Fuß immer noch auf der Bremse stehen bleibt, auch wenn die Fußspitze schon am Boden schleift. So hohe ich das Motorrad stabil und bewahre den notwendigen Schlupf am Hinterrad, um leicht in die Kurve zu driften."
Es mag manchem von euch vielleicht komisch erscheinen, aber um eine Rechtskurve einzuleiten, muss man tatsächlich zunächst leicht an der linken Lenkerseite ziehen. Probiert's einfach mal aus! Natürlich nur bei langsamer Fahrt auf geeignete.

"Jetzt rutsche ich mit dem Gesäß ein paar Zentimeter nach hinten und nehme meinen Fuß von der Hinterradbremse. Ich bringe den Motor leicht auf Drehzahl, um ein Rucken am Motorrad beim Lösen der Kupplung zu vermeiden. Ich nehme den rechten Fuß leicht nach vorne, um Kontakt zum Asphalt zu bekommen. Außerdem kann ich damit das Motorrad bei einem Rutscher abfangen und wieder stabilisieren. Mit dem kurvenäußeren Fuß gebe ich Druck auf die Fußraste, damit der Grip der Reifen erhöht wird und bringe das Motorrad gleichzeitig in maximale Schräglage."
Was Jürgen dabei nicht extra erwähnt hat, sind die Verrenkungen, die er dabei auf dem Motorrad anstellt. Schaut euch die Fotos mal genau an und achtet darauf, wo sich sein rechtes Knie befindet!

"Nun beginnt das Motorrad zu rutschen, deshalb ist es wichtig, den Kontakt zum Bike intensiv zu halten. Der richtige Kontakt entsteht durch Anlegen des kurvenäußeren Oberschenkels an den Tankflügel und durch Anpressen des inneren Unterschenkels ans Motorrad. Durch ein nach vorne bzw. nach hinten lehnen des Oberkörpers kann ich sehr fein dosiert die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad verschieben und so den Drift kontrollieren und das Motorrad im Gleichgewicht halten. Wichtig ist auch, dass man durch die richtige Sitzposition genügend Abstand zwischen Knie und Lenker hält, um die leichten Lenkkorrekturen während der Kurvenfahrt nicht zu behindern. Hier handelt es sich um eine Doppelkurve, deshalb lasse ich mich zum Kurvenäußeren treiben und fahre dann wieder automatisch ins Kurveninnere, um in einem Zug durch die Kurve fahren zu können. Wenn man nicht die passende Geschwindigkeit und Linie hat, muss die Kurve sozusagen 'auf zweimal gefahren' werden und man verliert unweigerlich den runden Fluss und somit auch viel Zeit." Die Ideallinie in einer solchen "doppelten" Kurve zu finden, ist nicht ganz einfach und erfordert schon ein wenig Erfahrung. Wer die nicht hat, schaut sich am besten bei guten Fahrern ab, wie's geht, oder nimmt an einem Fahrerlehrgang teil.

"Jetzt bringe ich das Motorrad leicht aus der Schräglage und beginne zu beschleunigen. Ich drücke dabei mit dem kurvenäußeren Oberschenkel an den Tankflügel und belaste die äußere Fußraste, um ein plötzliches Ausbrechen des Hinterrades zu verhindern. Man sollte die Finger stets an der Kupplung haben, um auf ein plötzliches Wegrutschen des Motorrads reagieren zu können. Mit leichten Gasbewegungen steuere ich den Schlupf am Hinterrad."

"Ich lasse meinen Fuß weiterhin in Kontakt mit dem Boden, um das Motorrad stabil zu halten. Mein Blick ist bereits auf den Kurvenausgang gerichtet und ich gebe immer mehr Gas. Dadurch werde ich wieder ganz automatisch zur Kurvenaußenseite getragen."

"Jetzt nehme ich meinen Fuß zurück auf die Raste und gebe Vollgas. Der Oberkörper ist leicht nach vorne gelehnt, um dem Aufsteigen des Vorderrads entgegenzuwirken."


Von und mit: Jürgen Löffler
© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin

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Stand DM

DM S1 Klasse
Hermunen, Mauno 290 Pkt.
Volz, Markus 227 Pkt.
Götz, Marcel 200 Pkt.
Kejmar, Pavel 199 Pkt.
Class, Markus 199 Pkt.

DM S2 Klasse
Joannidis, Nico 225,5 Pkt.
Spaniol, Dirk 216 Pkt.
Hermann, Michaeln 203 Pkt.
Deitenbach, Jan 201 Pkt.
Jasinski, Jochen 188 Pkt.
Stand: 05.10.11 - alle Angaben ohne Gewähr

Stand WM

WM S1 Klasse
Chareyre, Thomas 255 Pkt.
Chareyre, Adrien 248 Pkt.
Lazzarini, Ivan 224 Pkt.
Hermunen, Mauno 212 Pkt.
Marie Luce, A. 159 Pkt.
Stand: 01.09.11 - alle Angaben ohne Gewähr