Die Entscheidung - 7. Lauf des SM Masters Austria

10.10.2012 - International

Die siebente und letzte Runde des Supermoto Masters Austria wurde am Wochenende vom 29. und 30. September auf dem ÖAMTC Wachauring Melk ausgetragen. Bei herbstlichen Bedingungen krönten sich vor zahlreichen Fans die beiden Teamkollegen Hannes Maier (OÖ/KTM), Klasse S1, und Lukas Höllbacher (OÖ/KTM), Klasse S Open, zu den österreichischen Supermoto Staatsmeistern 2012.

Supermoto Masters Austria

Klasse S1

Im Qualifying der auf 450ccm Hubraum beschränkten Klasse S1 drehte diesmal Rudolf Bauer (OÖ/Yamaha) voll auf. Mit einem Höllenritt holte er sich die Poleposition vor Hannes Maier und Florian Praxmarer (T/Kawasaki). Christian Köbele (T/KTM) vervollständigte die erste Startreihe vor Andreas Rothbauer (NÖ/Honda), Christian Ackerl (NÖ/Honda) und Manuel Stehrer (S/KTM).

Beim Start ins erste Rennen übernimmt Maier die Führung vor Praxmarer, Bauer und Ackerl. Maier gibt alles, um sich vom Rest des Feldes abzusetzen. Sein Plan geht auf, abgesehen von Bauer kann er alle Verfolger abschütteln. Tomas Travnicek (CZ/Honda) pflügt in der Zwischenzeit durchs Feld, in der dritten Runde hängt er bereits an Bauers Hinterrad und aus dem Führungsduo ist ein Trio geworden. Zu dritt geben sie den Speed vor, Travnicek attackiert immer wieder Bauer, es dauert aber eine ganze Weile, bis die beiden die Plätze wechseln. Maier kann den Positionskampf der beiden ausnutzen und setzt sich um einige Sekunden ab. Damit ist der Oberösterreicher auf Titelkurs, mit einem Sieg in diesem Rennen kann er sich vorzeitig zum Meister krönen. Sobald Travnicek an Bauer vorbei ist, macht er sich an die Verfolgung Maiers. In den letzten Runden ist die Lücke geschlossen und Travnicek bläst zur Attacke. In der allerletzten Runde schiebt sich der Tscheche an Maier vorbei, dieser kann aber auf den letzten Metern kontern und holt sich mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung den Sieg und den Meistertitel. Bauer landet ungefährdet auf dem dritten Rang, während sich im Kampf um Platz 4 ein kleines Drama abspielt: Praxmarer ist das gesamte Rennen über souverän auf der vierten Position unterwegs und kann Ackerl und Rothbauer in Schach halten. In der zwölften Runde verliert der Tiroler aber den Schalldämpfer, muss in die Box und versucht in aller Eile, mit neuem Auspuff das Rennen wieder aufzunehmen. Damit erbt Ackerl den vierten Platz vor Rothbauer, während es Praxmarer noch einmal zurück ins Rennen schafft und als 14. gewertet wird. Damit hält der Tiroler zumindest eine theoretische Chance auf Platz 3 der Gesamtwertung aufrecht.

Rudolf Bauer nutzt beim Start ins zweite Rennen seine Poleposition und setzt sich an die Spitze des Feldes. Maier heftet sich an seine Fersen, während Köbele zumindest vorübergehend Platz 3 sichern kann. Aber schon in der zweiten Runde geht Travnicek am Tiroler vorbei und macht sich daran, den Anschluss an das Führungsduo herzustellen. An der Spitze stellt Maier in der vierten Runde die alte Ordnung wieder her und kann sich sofort von Bauer absetzen. Dieser muss sich mit allen Mitteln gegen Travnicek zur Wehr setzen, was ihm über die gesamte Renndistanz gelingt. Dahinter setzt sich Praxmarer gegen Köbele durch, muss aber in der neunten Runde zu Boden und verspielt damit seine Chancen auf Platz 3 der Gesamtwertung. Stehrer übernimmt nach Praxmarers Sturz Platz 4 und verteidigt diesen bis ins Ziel gegen Ackerl und Köbele. Rothbauer fährt ein kontrolliertes Rennen, riskiert nichts und wird mit einem siebenten Platz dritter der Gesamtwertung. In der Zwischenzeit überschlagen sich im Kampf um die zweite Position die Ereignisse: Bauer liegt nach wie vor hauchdünn vor Travnicek, als er aber in der vorletzten Runde die Ziellinie überquert meint der Oberösterreicher das Rennen wäre beendet und Travnicek geht vorbei. Erst am Ende der Start-Ziel-Geraden bemerkt Bauer seinen Irrtum, er kann den Tschechen aber nicht mehr einholen und muss sich mit Rang 3 begnügen.

Klasse S Open

Lukas Höllbacher (OÖ/KTM) zeigte im Zeittraining der hubraumoffenen Klasse S Open erneut, wo der Hammer hängt. Mit über einer Sekunde Vorsprung holte er sich die Poleposition vor Manuel Hagleitner (S/KTM). Florian Wedenig (W/Honda) landete auf dem dritten Startplatz vor den beiden Urgesteinen Jochen Jasinski (D/Husaberg) und Heinz Hochreiter (NÖ/Suzuki).

Höllbacher kommt beim Start ins erste Rennen gut weg, in der schnellen Rechtskurve muss er aber eine weite Linie wählen, sofort schiebt sich Jasinski innen vorbei und auch Hagleitner zieht nacht innen. Ab diesem Moment entbrennt ein harter, aber fairer Dreikampf, der sich über die gesamte Renndistanz zieht. Höllbacher und Jasinski wechseln sich mehrmals pro Runde an der Spitze ab, Hagleitner hängt im Windschatten der beiden und ist bereit, auch den kleinsten Fehler beinhart zu nutzen. Dieser kommt aber nicht, die beiden Führenden fahren, stets nur wenige Zentimeter voneinander getrennt, harte Manöver, bieten den Zuschauern eine fantastische Show und halten die Entscheidung bis zur Zieldurchfahrt offen. Am Ende hat Höllbacher, der ja bereits seit der letzten Veranstaltung als Staatsmeister fest steht, die Nase ganz knapp vorne und holt sich mit knapp vier Zehntelsekunden Vorsprung den Sieg vor Jasinski. Hagleitner überquert die Ziellinie weitere sechs Zehntel später und holt sich damit Platz 3. Flo Wedenig setzt sich nach einem langen Kampf um Platz vier in der Rennmitte gegen Norbert Wiesinger (OÖ/KTM) durch, zwei Runden vor dem Ende gelingt es auch Hochreiter, sich an Wiesinger vorbei zu schieben.

Im zweiten Lauf setzt sich vom Start weg ein Trio an die Spitze: Jasinski übernimmt die Führung, Höllbacher und Wedenig bleiben dicht hinter ihm. Die drei liefern sich ein hartes Rennen, die Führung wechselt wieder mehrfach zwischen Jasinski und Höllbacher. Es hat aber den Anschein, als wäre Jasinski diesmal ein wenig souveräner unterwegs als im ersten Lauf, was sich zur Rennmitte auch bestätigt. Er kann sich ab der achten Runde an der Spitze behaupten, und als Höllbacher in der zehnten Runde einen Kurvenausgang nicht ganz sauber erwischt, zieht der Deutsche weg und Wedenig am neuen Staatsmeister vorbei. Der junge Wiener gibt alles um den zweiten Platz zu halten, denn das würde bedeuten, dass er in der Gesamtwertung doch noch Platz 2 holen kann. Drei Runden später begräbt Höllbacher aber dessen Hoffnungen, und als Wedenig beim Versuch zu kontern auch noch kurz zu Boden muss ist klar, dass Wedenig wohl nur Platz 3 in der Gesamtwertung erreichen wird. Denn Heinz Hochreiter liegt fünf Punkte vor Wedenig und fährt im Rennen unmittelbar hinter ihm. Das niederösterreichische Supermoto-Urgestein lässt nichts mehr anbrennen, mit seinem vierten Platz hinter Jasinski, Höllbacher und Wedenig holt er sich den Vize-Staatsmeistertitel.



Pressetext der Supermoto Masters Austria - Text/Foto: Martin Fülöp