Pleiten, Pech und Pannen für Team Germany

07.10.2011 - Weltmeisterschaft

Aragon - Die Super-Moto Mannschafts-Weltmeisterschaft 2011 stand für das Team Germany unter keinem guten Stern. Jan Deitenbach, Markus Class (Worms) und Andre Plogmann (Georgsmarienhütte) blieb nach einer beispiellosen Pechserie nur der enttäuschende 14 Rang unter 23 Nationen. Technische Ausfälle und unverschuldete Stürze warfen die letztjährigen Bronze-Gewinner von Beginn an in eine aussichtslose Position.

Jan Deitenbach

Bereits bei der Anreise sorgte ein technischer Defekt an einem Transportfahrzeug für Unruhe. Erst kurz vor dem Ende der Einschreibung traf ein Teammitglied auf der gewaltigen Anlage in der Mitte Spaniens ein. Doch hoch motiviert gingen die drei jungen Fahrer in die samstägliche Qualifikation. Teamneuling Andre Plogmann war in der ersten Gruppe nach dem Training auf Position acht. Im Rennen um die Starplätze für den Sonntag zeigte er eine tolle Leistung und erreichte Platz fünf. Markus Class konnte in seiner Gruppe das Training auf Position drei beenden. Toll gestartet, wurde er aber in der ersten Kurve von seinem Bike geholt, musste das Feld von hinten aufrollen und erreichte immerhin Platz sieben. Jan Deitenbach machte sich von Platz sieben aus in das Quali-Rennen. In der ersten Kurve wurde auch er in die Mangel genommen, aber blieb auf dem Motorrad. Nach fünf Runden war er auf Platz zehn mit Drang nach vorne, als er plötzlich langsamer wurde. Das Motorrad hatte immer mehr Aussetzer, zweimal konnte er nur knapp einen Sturz vermeiden. Aus Sicherheitsgründen holte ihn die Boxenmannschaft aus dem Rennen. Denn jeweils ein Streichresultat hat jedes Team, und somit gab es für Deutschland mit Rang sechs eine gute Ausgangsposition.

Im ersten von drei Wertungsrennen, daß Deitenbach von der Box aus verfolgte, schlugen die Herzen der deutschen Crew hoch. Markus Class kam auf Platz zwei aus der ersten Runde, Andre Plogmann auf Position 14. Doch nach zwei Runden der erste Dämpfer, Plogmann war nach einem Rempler auf den letzten Platz zurück gefallen. Und nur eine Runde später dann der nächste Schock, als das Motorrad von Class direkt vor der Box abstarb. Ein Defekt in der Zusatz-Elektronik. Plogmann war wieder auf dem Weg nach vorne, bis er mit einem erneuten Block-Pass von der Strecke geschleudert wurde und damit ebenfalls raus war. Damit hatte Team Germany bereits zwei "Nuller", und bei nur insgesamt einem Streichresultat schon früh alle realistischen Hoffnungen auf einen Spitzenplatz verloren.

Doch auch in Lauf zwei setzte sich die Pechserie fort. Markus Class startete mit neuer Elektronik, aber erneut war nach drei Runden Ende. Jan Deitenbach, der zur Vorsicht für die Wertungsrennen auf seine Ersatzmaschine gewechselt hatte, ging von der hinteren Teamposition (22) ins Rennen. Geschickt schlängelte er sich durch die ersten Runden und war bereits auf Platz 15, als er seinen Teamkollegen am Streckenrand sah. Damit war ihm klar, daß alle theoretischen Chancen jetzt endgültig erledigt waren. Etwas demotiviert drehte er die nächsten Runden, schloß dann aber zum Ende des Rennens wieder zur vorderen Gruppe um Platz zwölf auf. In der letzten Runde wurde Deitenbach aber auch Opfer eines Rammstoßes und erreichte auf Platz 18 das Ziel.

Im dritten Lauf war für das Team nur noch etwas Ergebniskosmetik möglich. Andre Plogmann, diesmal von vorne gestartet, zeigte ein tolles Rennen und brachte Rang sechs ins Ziel. Jan Deitenbach musste erst einmal auf den Start verzichten, da seine vordere Bremse nach der Aufwärmrunde keinerlei Wirkung mehr zeigt. "Die Bremsleitung hatte sich gelöst, offenbar eine Folge aus der Kollision im Rennen zuvor", war er total wütend. Nach einer Reparatur ließ er es sich nicht nehmen, trotz mehrerer Runden Rückstand noch ins Rennen zu gehen. Problemlos hielt er mit den Spitzenpiloten mit und zeigte mit der achtschnellsten Runde, was ideal möglich gewesen wäre.

"Man darf nicht darüber nachdenken, wo wir ohne das Pech gelandet wären, denn unser Speed war wirklich gut" , so Jan Deitenbach. "Das ist echt bitter, aber so kann nun mal Rennsport sein."

Am kommenden Wochenende (9. Oktober) steht das Finale der deutschen Meisterschaft in Stendal/Magdeburg auf dem Plan.

Foto: Niegtsch