01. Oktober 2008 - 18:12
Das DM-Finale steht vor der Tür

Die Internationale Deutsche Super-Moto Meisterschaft steht vor dem Finale und der ADAC Saarland, der als Promoter dieser hochwertigen Meisterschaft fungiert, legte großen Wert darauf den Höhepunkt im heimische St. Wendel zu feiern. Dieser Ort hat mittlerweile eine Super-Moto Tradition. Immerhin veranstaltet man hier seit 5 Jahren Supermoto und ist schon zweimal Austragungsort der WM gewesen. Das bürgt für Qualität in Organisation und Sport.
Doch was wird die Fans hier erwarten?
Über 30 wilde Kerle, die beim Start in aufrechter Haltung und mit herausgelassenen Ellbogen aufs erste Eck zu preschen. Die Jungs schieben und drücken sich, fahren sich gegenseitig auch mal in die Kisten, aber irgendwie scheinen sie das gewohnt zu sein. Die Rempler werden zumeist gelassen hingenommen und dadurch quittiert, dass man hartnäckig auf seiner Spur bleibt um in der nächsten Kurve den Zacken eher da zu sein. Das spektakulärste und einzigartige am Supermoto ist jedoch der Kurvenstyle. Beim Anbremsen legen die Piloten Ihre Motorräder mit annähernd grenzenlosem Vertrauen ins Reifenmaterial in eine Schräglage, bei der das Hinterrad im sanften Slide hinterher geschleppt wird, während das Vorderrad messerscharf den Scheitelpunkt der Kurve anpeilt. Dort angekommen werden die 100 Kilo leichten und bis zu 85 PS starken Maschinen blitzschnell wieder aufgerichtet und die Hatz zur nächsten Kurve kann von vorn beginnen.
Alle die Super-Moto noch nie gesehen haben, sollten sich auf was gefasst machen!
Doch in St. Wendel ist es wieder einmal ganz besonders. Denn nicht nur der einzigartige Fahrstil und der direkte Kampf zwischen den Piloten wird für Nervenkitzel sorgen. Hier geht es endgültig um die Meisterschaft - so zu sagen das Endspiel! Hier finden die entscheidenden Rennen statt und zwei neue Deutsche Meister werden gekürt. Denn in beiden DM Klassen, der S1 und der S2, steht der Ausgang noch nicht fest.
ie Situation in der S1
In der S1 wird das Duell um die Krone zwischen dem deutschen Rekordmeister Jürgen Künzel und dem jungen Thüringer Michi Herrmann ausgetragen. Herrmanns Chancen mit seiner Aprilia an Künzel vorbeizuziehen sind nicht besonders groß, da der Husqvarna Pilot einen ordentlichen Vorsprung von 38 Punkten ins Saarland mitbringen wird und er in der gesamten Saison äußerst souverän zu Werke ging. Aber ganz sicher kann man sich nie sein. Ein technischer Defekt, oder ein Sturz der zum Ausfall führt und alles ist wieder offen.
Die Situation in der S2
In der S2 Klasse erschien zu Beginn der Saison ein neuer Stern am Himmel. Mauno Hermunen, der Teamkollege von Künzel, vollzog einen wahren Vorzeige-Einstand und man glaubte schon, dass niemand gegen ihn etwas zu setzen habe. Doch beim letzten Event in Freiburg stand sein eifrigster Verfolger plötzlich bereit und lehrte den 21 Jahre jungen Finnen das Fürchten. Jochen Jasinski ist der amtierende Meister und sieht es nicht ein seine Meisterschaft kampflos an Hermunen abzugeben. Er verwies ihn in beiden Freiburger Rennen in die Schranken und verringerte seinen Rückstand auf 26 Punkte. Hier gilt das gleiche wie bei den Kollegen aus der S1 - die Meisterschaft wird wohlmöglich erst im letzten Rennen, oder besser gesagt in der letzten Runde der 2008er Meisterschaft entschieden. Spannender hätte selbst Alfred Hitchcock keinen Krimi schreiben können!
Jedenfalls stehen die beiden Piloten des Zupin Husqvarna Team an vorderster Front und man darf gespannt sein, ob sie ihren Vorsprung ins Ziel tragen können. Nach einem Jahr Abstinenz in der Super-Moto DM wäre das ein Paukenschlag für das Team aus Bayern.
S1 Meisterschaftsstand nach 12 von 14 Rennen:
Jürgen Künzel (74) / Husqvarna - 256 Punkte
Michael Herrmann (5) / Aprilia - 218 Punkte
Marcel Götz (54) / KTM - 199 Punkte
Jean-Marc Gaillard (9) / Honda - 188 Punkte
Markus Volz (3) / KTM - 161 Punkte
Petr Vorlicek (2) / Suzuki - 155 Punkte
Julian Becher (98) / KTM - 148 Punkte
Ola Eifrém (12) / Suzuki - 135 Punkte
Tino Heinze (222) / Aprilia - 106 Punkte
Hannes Maier (77) / KTM - 105 Punkte
S2 Meisterschaftsstand nach 12 von 14 Rennen:
Mauno Hermunen (131) / Husqvarna - 282 Punkte
Jochen Jasinski (1) / Husaberg - 256 Punkte
Dirk Spaniol (17) / Suzuki - 194 Punkte
Harald Ott (16) / Aprilia - 181 Punkte
Christian Schreyer (81) / KTM - 177 Punkte
Michael Wagner (10) / Honda - 172 Punkte
Dany Lechthaler (13) / Husaberg - 134 Punkte
Manolito Welink (6) / Aprilia - 132 Punkte
Joachim Bauer (8) / Husaberg - 126 Punkte
Robert Dornbrach (65) / KTM - 113 Punkte