LÜNEBURG - Die Super-Moto DM feierte am Wochenende Bergfest in Lüneburg. Zwar ist das Umland der Heidegegend alles andere als bergig, aber um so festlicher wurden die begeisterten Super-Moto Fans mit spannungsvollen Rennen belohnt. Das ADAC Fahrsicherheitszentrum in Lüneburg bot den idealen Schauplatz, da die Strecke über mehrere ganz unterschiedliche Segmente verfügt. Eine lange Start-Ziel Gerade mit weitem Rechtsknick, welcher die Fahrer regelrecht zum Driften aufforderte.
An diese schließt sich eine schnelle Schikane an, die dann in einen weiten Linksbogen übergeht, der die Fahrer bergab zur Kartbahn führt. Nachdem die Spitzkehren bewältigt sind rast man auf einen der höchsten Punkte weit und breit, dem Offroad-Hügel des FSZ, um dann mit einem großen Satz in den Anlieger einzutauchen, der die Piloten wieder auf den Asphalt leitet.
S1 DM - Training (Samstag)
Die ausgemachten Haudegen der laufenden Meisterschaft führten auch dieses Mal das Zeittraining an. Michi Herrmann sicherte sich mit gerade einmal 0,06 Sekunden Vorsprung auf Jürgen Künzel die Poleposition. Doch die wahre Sensation waren die beiden Piloten die Startplatz drei und vier für sich verbuchen konnten. Auf drei fand man Markus Class, einen 17 Jahre jungen Suzuki-Piloten, der dieses Jahr aufgrund einer Schulterverletzung lange pausieren musste. Direkt neben Class tauchte der gerade mal ein halbes Jahr ältere Julian Becher auf. Die beiden verbannten Kaliber wie den amtierenden Deutschen Meister Petr Vorlicek und Marcel Götz in die zweite Startreihe, welche von Daniel Hiemer und Jean-Marc Gaillard komplettiert wurde.
S1 DM - Heat 1
Ein wahrer Krimi vollzog sich vor den Augen der Zuschauer, denen ein ums andere Mal der Atem stehen blieb. Herrmann setze seine Pole um und führte das Rennen an, doch ab der halben Distanz hatte Künzel die Nase vorne, ohne jedoch in der Lage zu sein Herrmann abzuschütteln. Der versuchte auch zwei mal an Künzel vorbei zu gehen, musste sich jedoch dem jeweiligen Konter von Künzel geschlagen geben und wurde Zweiter. Marcel Götz konnte die Geschwindigkeit der Führenden nicht mitgehen und fuhr seinen dritten Platz einsam und unbehelligt nach Hause. Im Treiben um Platz vier kam es fünf mal zum Wechsel. Zuerst war es Daniel Hiemer der die Truppe anführte, bis Jean-Marc Gaillard sich durchzwängte, um etwas später von Class überholt zu werden. Gaillard machte einen Fahrfehler, fiel zurück und Class, Hiemer und Becher bildeten ein nettes zänkisches Grüppchen. Den vierten Platz erkämpfte sich dann Becher, als er Hiemer bezwang, während Class kurz auf Abwegen war und sich den beiden bloß noch anschließen konnte um den sechsten Platz heim zu fahren.
S1 DM - Heat 2
Die Messer waren gewetzt und im zweiten Rennen gaben die Jungs noch einmal alles. Herrmann konnte den Start erneut für sich entscheiden, doch nach wenigen Runden legte er seine Aprilia zu Boden und musste das Rennen an Position zwölf wieder aufnehmen. Künzel hatte nun die Führung und kurz darauf einen neuen Verfolger. Vorlicek hatte sich an Becher vorbei gearbeitet und hetzte jetzt hinter Künzel her. Die beiden konnten ihren Abstand zu Becher nur langsam ausbauen, doch der hatte seinerseits mit den Attacken seines Teamkollegen Marcel Götz zu kämpfen. Als Götz in einer Spitzkehre der Kartbahn innen durch ging, musste Becher die Türe so weit auflassen, dass Markus Class gleich mit durchflutschte. Götz schloss zügig die Lücke zwischen sich und den beiden führenden, konnte seine dritte Position aber nicht lange halten. Ihm rutschte nach eigenem Bekunden unvermittelt das Hinterrad weg, er ging zu Boden und wurde so nur Dreizehnter. An der Spitze hatte es zwischenzeitlich einen Wechsel gegeben. Vorlicek schob seine Suzuki an Künzel vorbei und führte eine Weile, doch der Rekordmeister wehrte sich und luchste dem Tschechen die Führung nach einigen Runden wieder ab. Danach schaffte es Künzel dann auch gegen Vorlicek ein wenig an Boden gut zu machen und er gewann das Rennen sicher. Doch auch im Kampf um Platz drei ging es äußerst turbulent zu. Becher verfolgte Class, während Jean-Marc Gaillard ihm Rang vier streitig machen wollte und eifrig um sein Hinterrad tänzelte. Doch trotz aller Mühen blieb es dabei. Künzel vor Vorlicek, Class, Becher und Gaillard.
S1 Meisterschaftsstand nach 8 von 14 Rennen:
Jürgen Künzel (74) / Husqvarna - 172 Punkte
Michael Herrmann (5) / Aprilia - 149 Punkte
Marcel Götz (54) / KTM - 140 Punkte
Jean-Marc Gaillard (9) / Honda - 134 Punkte
Petr Vorlicek (2) / Suzuki - 101 Punkte
Hannes Maier (77) / KTM - 98 Punkte
Julian Becher (98) / KTM - 96 Punkte
Markus Volz (3) / KTM - 95 Punkte
Stefan Züger (55) / KTM - 82 Punkte
Tino Heinze (222) / Aprilia - 73 Punkte
Zeittraining S2 (Samstag)
Der Himmel verdunkelte sich in dem Moment als die S2 Fraktion zum Zeittraining ausrückte und die Fahrer hetzten los um vor dem drohenden Regenschauer eine manierliche Zeit auf den Asphalt zu glühen. Da die Wolken vorbei zogen ohne sich über dem FSZ zu ergießen hielt diese Hatz bis zum Schluss des Trainings an. Erst war Jochen Jasinski vorne, dann legte Spaniol nach, bis endlich Hermunen auf den Zeitenmonitoren ganz oben stand. Dann kam Christian Schreyer und legte wieder nach, so dass Hermunen auf zwei lancierte. Doch Schreyers Führung währte nicht lange, da Jasinki nun frische Kohle aufgelegt hatte und das Feld anführte um postwendend zuerst von Hermunen und dann von Manolito Welink passiert zu werden. Hermunen hatte seine Bestzeit schon gezückt, Jasinski legte noch einmal nach um 0,155 Sekunden hinter dem Finnen auf Startplatz zwei anzukommen, gefolgt von Welink und Schreyer. Dirk Spaniol eröffnete die zweite Startreihe, vor Michi Wagner, Harald Ott und Willy Grauf.
S2 DM - Heat 1
Hermunen gewann den Start und führte das Feld an, wurde jedoch des Jump-Start bezichtigt. Als ihm die Rennleitung das "+5 Plätze"-Schild entgegen hielt ging Hermunen davon aus, dass er eine Stop and Go Strafe abzusitzen hätte und hielt eine Runde später brav neben dem Rennleiter an. Bis zur Klärung des Missverständnis vergingen zwar bloß wenige Augenblicke, aber Jasinski und Welink waren zwischenzeitlich vorbei. Hermunen kämpfte sich jedoch binnen weniger Runden wieder heran und marschierte im Offroad zuerst einmal an Welink vorbei. Der Finne ließ sich dann eine Runde Zeit um an Jasinski heran zu fahren und fasste ihn trotz dessen ausgeprägter Offroad Erfahrung entlang des Anliegers der zum Asphalt führt. Wegen der Jump-Start Strafe wurde Hermunen auf den sechsten Rang verbannt und Jasinski bekam den ersten Platz zugesprochen. "Mauno war schneller als ich und als Rennfahrer sieht man ob einer in der Startreihe zu früh losfährt. Ich hab nichts gesehen und kann mich über einen solchen Sieg auch nicht wirklich freuen." verteidigte Jasinski den Finnen. Manolito Welink wurde Zweiter in diesem Rennen und konnte einiges auf den Dritten, Christian Schreyer gut machen. Dirk Spaniol kam kurz hinter Schreyer als Vierter in die Wertung. Harald Ott erbte durch die Strafe an Hermunen den fünften Platz.
S2 DM - Heat 2
Hermunen gewann erneut den Start und schaffte es während des kompletten Rennen nicht sich Jasinski vom Hals zu schaffen. Der folgte ihm über 14 Runden hinweg wie ein Schatten und wurde Zweiter. Manolito Welink musste erst an Harald Ott vorbei, der glänzend gestartet war. Welink konnte Ott zwar ein wenig davon fahren, doch den beiden Führenden konnte er nicht nachsetzen. Michi Wagner, der in Lüneburg als Lokalmatador angetreten war, hatte im ersten Rennen einen Crash erlitten und zwirbelte nun voller Kampfeslust hinter Dirk Spaniol her. Doch der Saarländer wehrte sich erfolgreich gegen den Mann aus Hamburg und holte sich Rang fünf.
S2 Meisterschaftsstand nach 8 von 14 Rennen:
Mauno Hermunen (131) / Husqvarna - 190 Punkte
Jochen Jasinski (1) / Husaberg - 162 Punkte
Manolito Welink (6) / Aprilia - 132 Punkte
Dirk Spaniol (17) / Suzuki - 129 Punkte
Harald Ott (16) / KTM - 120 Punkte
Christian Schreyer (81) / KTM - 116 Punkte
Michael Wagner (10) / Honda - 105 Punkte
Willy Grauf (99) / Husqvarna - 104 Punkte
Dany Lechthaler (13) / Husaberg - 86 Punkte
Robert Dornbrach (65) / KTM - 85 Punkte
Superfinale
Jochen Jasinski fegte an die Spitze des Feldes und hatte Künzel und Herrmann im Nacken. Nach einigen Runden kam Künzel an der Ausfahrt der Kartbahn dann an Jasinski vorbei, doch der ließ nicht locker. Nach dem ein oder anderen Schlagabtausch der Führenden witterte Herrmann seine Chance und trieb Jasinski in einen Fahrfehler. Jasinski ging zu spät in die Bremse und wurde ein wenig zu weit aus der Kurve getragen, während Herrmann die schnellere Innenbahn wählte. Hermann zog sofort noch einen Zacken straffer am Gasgriff um Künzel zu haschen. Aber er übertrieb es in einer Spitzkehre, ging zu Boden und lag Jasinski wiederum im Weg. Nach einem kleinen Patzer zu Beginn des Rennens war Hermunen nun wieder auf dem sicheren Weg nach vorne gewesen und die Kollision zwischen Herrmann und Jasinski machte es ihm einfacher. Nun war er seinem Teamkollegen auch schon gefährlich nah auf die Pelle gerückt, als die schwarz weiß karrierte Flagge das interne Duell vereitelte, Künzel siegte vor Hermunen, gefolgt von Jasinski, Marcel Götz und Michi Herrmann.
Quelle: www.supermotodm.de
| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 290 Pkt. |
| 2° | Volz, Markus | 227 Pkt. |
| 3° | Götz, Marcel | 200 Pkt. |
| 4° | Kejmar, Pavel | 199 Pkt. |
| 5° | Class, Markus | 199 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Joannidis, Nico | 225,5 Pkt. |
| 2° | Spaniol, Dirk | 216 Pkt. |
| 3° | Hermann, Michaeln | 203 Pkt. |
| 4° | Deitenbach, Jan | 201 Pkt. |
| 5° | Jasinski, Jochen | 188 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 255 Pkt. |
| 2° | Chareyre, Adrien | 248 Pkt. |
| 3° | Lazzarini, Ivan | 224 Pkt. |
| 4° | Hermunen, Mauno | 212 Pkt. |
| 5° | Marie Luce, A. | 159 Pkt. |