02. September 2008 - 14:02
Spannung ist vorprogrammiert

Die zweite Hälfte der Saison ist angebrochen und nun geht es Schlag auf Schlag. Als erstes Ziel der Fortnight-Odyssee steht das Emstalstadion zu Harsewinkel auf dem Programm. Zwei Wochen darauf geht es im Breisgau bei Freiburg zur Sache, ehe dann am ersten Oktoberwochenende im saarländischen St. Wendel bei "Fleischkäsweck" und "Lionerpann" zum Finale geblasen wird. Doch vorerst konzentrieren sich alle auf das anstehende Rennwochenende in Harsewinkel.
S1-DM
Petr Vorlicek, der amtierende Meister in der Königsklasse, konnte sich dieses Jahr mit seiner DSR-Suzuki nur selten in Szene setzen. Doch in Harsewinkel hatte der freundliche Tscheche schon immer ein glückliches Händchen. Ein Podestplatz stünde dem Multimeister aus 2007 (Europameister, Deutscher Meister, Doppelmeister in CZ) jedenfalls sehr gut zu Gesicht.
Etwas souveräner sieht es da beim Rekordmeister Jürgen Künzel aus. Künzel ist dieses Jahr mit seiner Zupin Husqvarna eine echte Messlatte und führt die Meisterschaft mit 23 Punkten Vorsprung an. Das er extrem gut in Form ist, konnte er vergangene Woche noch in Österreich unter Beweis stellen. Dort gewann er beide Rennen, genau wie beim letzten DM Event in Lüneburg. Doch einfach machen es ihm die Konkurrenten beim besten Willen nicht.
Michi Herrmann, der für das HP-Moto Team von Aprilia Deutschland fährt, hängt Künzel stetig im Nacken. Doch bei so mancher Attacke vergangener Rennen musste der "Bulle aus Rottleben" zurückstecken und er verlor somit wichtige Punkte auf den Tabellenführer.
Auf Platz drei der Meisterschaft steht der WP-KTM Pilot Marcel Götz. Der Schweizer fuhr in den vergangenen Jahren vorwiegend in der WM und stellt eine kampflustige Bereicherung der DM dar. Er war in den bisherigen Rennen der Saison zumeist ein harter Gegner und wird in Harsewinkel sicher wieder ganz vorne dabei sein.
Ein Harsewinkel-Sieger aus der vergangenen Saison startet dieses Jahr leider nur sporadisch in der DM, doch Markus Volz freut sich schon auf seinen Einsatz im Emstalstadion und ist auf Podiumskurs gedrillt.
Die bisher genannten Fahrer sind allesamt weit über 20 Jahre alt und zählen eher zu der Riege der Erfahrenen. Doch zur DM in Lüneburg haben zwei junge Burschen mit Top-Five Platzierung auf sich aufmerksam gemacht. Markus Class und Julian Becher tauchten plötzlich in der ersten Startreihe auf und lehrten die ?alten Hasen? das Fürchten. Man darf gespannt sein, ob die beiden Teenies ihren Durchbruch in Harswinkel bestätigen können.
Was bei einer Rennveranstaltung nicht fehlen sollte ist der Lokalmatador. In Harsewinkel ist das ohne Zweifel Morten Hagemann aus Gütersloh. Der Suzuki-Pilot kämpfte dieses Jahr tapfer um Platzierungen in der Top-20, was bei dem hochkarätigen Feld der Supermoto DM schon eine ausgezeichnete Leistung darstellt. Morten hatte viel Hoffnung, da er Harsewinkel als seine Lieblingsstrecke sehr gut kennt. Um so bitterer, dass er nach der letzten Veranstaltung seine Supermoto-Karriere aus Gründen der Gesundheit an den Nagel hängen musste. Dem Event will er auf jeden Fall trotzdem beiwohnen.
S1 Meisterschaftsstand nach 8 von 14 Rennen:
1. Jürgen Künzel (74) / Husqvarna - 172 Punkte
2. Michael Herrmann (5) / Aprilia - 149 Punkte
3. Marcel Götz (54) / KTM - 140 Punkte
4. Jean-Marc Gaillard (9) / Honda - 134 Punkte
5. Petr Vorlicek (2) / Suzuki - 101 Punkte
6. Hannes Maier (77) / KTM - 96 Punkte
7. Markus Volz (3) / KTM - 95 Punkte
8. Julian Becher (98) / KTM - 94 Punkte
9. Stefan Züger (55) / KTM - 80 Punkte
10. Tino Heinze (222) / Aprilia - 71 Punkte
S2-DM
Der Finne Mauno Hermunen fuhr vergangenen Sommer sein erstes Supermoto Rennen auf deutschem Boden - und zwar in Harsewinkel. Er rückte auf Anhieb in den Fokus und bekam dank seiner phantastischen Leistung sofort einen Vertrag für die Saison 2008.
Ein Einkauf, den Zupin Husqvarna nicht bereuen sollte. Mauno führt die S2 Wertung mit absoluter Dominanz an. Sein Style wirkt eher spielerisch als brachial, obwohl in der S2 Klasse Motorräder mit über 80 PS Leistung zum Einsatz kommen.
Etwas robuster geht sein ärgster Konkurrent mit seiner MH-Husaberg ans Werk. Der amtierende S2-Meister Jochen Jasinski ist wohl der einzige der mit Mauno Schritt halten kann. Zumindest auf schnellen Bahnen, so wie Harsewinkel, kann Jasi sein Schwedenbike im Fahrtwind von Hermunen halten. Im Fahrerlager begegnen sich die beiden mit erstaunlich gelassener Heiterkeit, welche auf großem gegenseitigem Respekt zu ruhen scheint.
Im Kielwasser der Frontmänner wechseln sich mehrere Piloten in der Verfolger-Rolle ab. Vizemeister Manolito Welink bewegte seine Grebenstein-Aprilia beim letzten Treffen ein wenig solider als DSR-Suzuki Teamchef Dirk Spaniol seine aufgebohrte RM-Z 500. Für Welink sieht es nach einer Kahnbeinoperation aber schlecht aus. Er kann leider nicht antreten, das Team gibt sein Bike aber an den Meisterschafts-Fünften, Harald Ott weiter. Der relativiert seine Erfolgschancen jedoch von vorne herein. Weniger wegen der Aprilia "Die geht super!", sondern wegen anhaltender Rückenschmerzen die den Vierziger plagen.
Somit die Chance für Christian Schreyer vom WP-Team. Der Bayer stand im Verlauf der Saison schon einige Male auf dem Treppchen und strebt stark danach in die Top-Drei der S2 aufzusteigen.
S2 Meisterschaftsstand nach 8 von 14 Rennen:
1. Mauno Hermunen (131) / Husqvarna - 190 Punkte
2. Jochen Jasinski (1) / Husaberg - 162 Punkte
3. Manolito Welink (6) / Aprilia - 132 Punkte
4. Dirk Spaniol (17) / Suzuki - 129 Punkte
5. Harald Ott (16) / KTM - 120 Punkte
6. Christian Schreyer (81) / KTM - 116 Punkte
7. Michael Wagner (10) / Honda - 105 Punkte
8. Willy Grauf (99) / Husqvarna - 104 Punkte
9. Dany Lechthaler (13) / Husaberg - 86 Punkte
10. Robert Dornbrach (65) / KTM - 85 Punkte
Die Veranstaltung
Das Emstalstadion in Harsewinkel wurde ursprünglich für Sandbahrennen erbaut und in späteren Jahren um eine Kartbahn im Innenfeld des Ovals erweitert. Diese Kombination wurde schnell von den Supermoto Fachmännern geschätzt und als Austragungsort für Rennen und Trainings ausgemacht. Sogar eine Europameisterschaft fand hier schon statt.
Harsewinkel ist ein besonderes Pflaster für die Fahrer, aber auch vor allem für die Besucher, denn von dem tribünenartigen Wall ist die Piste komplett zu überblicken. So entgeht den Fans keiner der zahllosen Zweikämpfe um Punkte und Pokale.
Quelle: www.supermotodm.de