09. August 2007 - 23:00
Supermotard Swiss Championship - Resultate Moutier BE vom 05. August 2007
Bereits am Freitagabend staunten alle, was für eine Strecke die Veranstalter auf der Baustelle der Autobahn und deren Zubringerstrassen in Moutier gemacht hatten. Die Länge der Geraden beeindruckte und lies die Fahrer über die richtig gewählte Übersetzung im Ungewissen. Aber auch die Auf- und Abfahrten hatten es in sich. Noch verrückter der Off-Road. Also war zum voraus klar, diese Strecke wird knallhart selektionieren.
Bei hervorragendem Wetter verfolgten schliesslich über das Rennwochenende 10'000 Zuschauer die spannenden Rennen. Auch das Abendprogramm hatte es in sich. Den zahlreichen Zuschauern (3'500) wurde eine spektakuläre Show geboten. Trial-Show, Rallyautos, Kartrennen, sowie ein Supermotard Nachrennen gehörten zum Programm.
Bereits am Samstag sah man, dass die schwierige Strecke alles von einem Piloten verlangt und damit auch die Zeitunterschiede enorm gross waren. Nicht nur wegen der Streckenlänge (Total 2000 m, wovon 400 m Off-Road), sondern weil es in verschiedenen Passagen, wie den Asphalt-Abfahrten, den schnellen Anbremszonen und natürlich vor allem im Off-Road echte Überwindungstellen hatte, wo man Zeit verlieren oder eben gewinnen konnte.
Prestige 450
Unter diesen Voraussetzungen gab es nur einen Favoriten: Philippe Dupasquier (KTM). Die Verfassung in den letzten Rennen, sowie der extreme Off-Road machten ihn zum Top-Favoriten, obwohl diesmal Marcel Götz (KTM) auch am Start war. Im ersten Freitraining hatte aber Dani Müller (Yamaha) die Nase vorne und zeigte, dass mit ihm auch noch zu rechnen ist. Götz war Dritter. Dupasquier's Transponder funktionierte nicht. Das zweite Freitraining gewann Götz, 0.1 Sekunden vor Dupasquier und Markus Volz (KTM). Aber bekanntlich geht es ja erst im Zeittraining um die Startaufstellung. Philippe Dupasquier zeigte nun sein Können und stellte seine KTM auf die Pole, 0.9 Sekunden vor Götz, Müller, Volz und Heino Meusburger (Yamaha).
Den Start zum ersten Lauf gewann Dupasquier, vor Götz, Volz und Müller. In der zweiten Runde auf dem extrem schnellen und langgezogenen Bergaufstück überholte Götz den Führenden Dupasquier in der Anbremszone zum Offroad. Götz blieb zuerst im Off-Road in Führung, obwohl Dupasquier beim Tunnel die äussere Linie wählte. Im Waschbrett kam dann der Angriff von Dupasquier und er holte sich die Führung im Bergaufstück zurück. Dani Müller überholte Markus Volz und lag nun auf Platz drei. In der vierten Runde kam Götz, unmittelbar immer noch hinter Dupasquier fahrend, in der engen Spitzkehre vor dem Waschbrett zu Fall. Der Motor ging zwar nicht aus, bis aber das Motorrad wieder hochgezogen war und er wieder losfahren konnte hatte Dupasquier bereits 100 m Vorsprung. Das war die Entscheidung im ersten Lauf. Nun konnte Dupasquier bereits etwas Tempo wegnehmen und fuhr einem sicheren Sieg entgegen. Dahinter wurde es nochmals spannend. Volz und Müller kämpften um Rang drei, schlossen mehr zu Götz auf, welcher auch seinerseits wieder etwas näher an Dupasquier heranfuhr. Auf Platz 5 folgte Stefan Züger (KTM), über das ganze Rennen dicht gefolgt vom super fahrenden Kevin Reinhard (Honda). An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts mehr.
Im zweiten Lauf gelang Dupasquier wieder der beste Start. Götz kam diesmal schlecht weg, konnte aber in der ersten Runde noch Volz überholen und lag auf Platz 3. Dani Müller hatte einen Superstart und lag auf Platz 2. Auf Platz 5 folgte Ruedi Herger (Suzuki), vor Patrick Tellenbach (KTM) und Stefan Züger. Vorne zogen nun Dupasquier und Müller ihre Runden. Dahinter kämpften Volz und Götz über das ganze Rennen um Platz 3. Mehrmals überholten sie sich gegenseitig und boten spannenden Supermotard Sport. Dupasquier lies nichts mehr anbrennen und feierte seinen zweiten Laufsieg an diesem Tag. Nach einem weiteren Zwischenfall im Off-Road verlor Götz den dritten Platz endgültig an Volz und fuhr enttäuscht auf Platz vier ins Ziel, gefolgt von Züger und Tellenbach.
In der Jahreswertung liegt Volz immer noch in Führung (165), vor Müller (158) und Dupasquier (152), die beide etwas aufholen konnten, was die Meisterschaft noch spannender macht.
Challenger
In dieser Klasse startete der Erbauer der Strecke von Moutier, Nicolas Schnegg (Yamaha). Er wollte natürlich die Meisterschaftsführung verteidigen und setzte alles daran, dass ihm dies gelingt. Doch der Liechtensteiner Beat Erne (Suzuki) hatte was anderes im Kopf. Er holte sich mit zwei Laufsiegen die Führung in der Meisterschaft. Schnegg wurde Zweiter, vor dem Österreicher Bernd Eberle, Reto Willimann (KTM), sowie Laurent Minoggio (Honda).
Rookie
Topfavorit Cyril Scheiwiller stellte seine YAMAHA auf die Pole, vor Martin Weibel (Yamaha), Simon Birrer (Suzuki) und Patrik Limacher (Yamaha). Den Start zum ersten Lauf gelang Cyril Scheiwiller am besten. Doch auch er macht mal einen Fehler. Beim zu heftigen heraus beschleunigen verliert sein Hinterradreifen den Grip und er kann nur ganz knapp einen Sturz vermeiden. Er kommt erst als Fünfter in den Offroad, überholt aber Limacher und liegt nun auf Platz vier. In der nächsten Runde muss Reto Joos (Yamaha) Platz machen und eine Runde später ist auch Simon Birrer dran und Scheiwiller liegt auf Platz 2. In der fünften Runde hat er zum Führenden Martin Weibel aufgeschlossen und überholt auch ihn und feiert seinen nächsten Laufsieg. Dahinter hat Limacher sich auf Platz 3 vorgekämpft, muss sich aber am Schluss des Rennens doch noch von Reto Joos geschlagen geben und wird Vierter.
Den Start zum 2. Lauf gewann Limacher. Doch Scheiwiller übernimmt sofort die Führung und der zweite Lauf ist eine klare Sache für ihn. Start-Ziel Sieg und Laufsieg Nummer acht im achten Rennen. Dahinter würgte Limacher auf Platz 2 liegend im Off-Road den Motor ab und fiel auf Platz sieben zurück. Der stark fahrende Weibel fuhr sicher auf Platz 2 gefolgt von Simon Birrer. In der sechsten Runde gab es einen Rennabbruch. Zwei Fahrer stürzten am ersten Table. An der Reihenfolge änderte sich nichts mehr, da nach Reglement die letzte fertige Runde vor dem Abbruch zählt. Nutzniesser dieser Aktion war Birrer, der ebenfalls in dieser Runde gestürzt war und zurückfiel, aber wegen des Abbruchs trotzdem auf Rang drei blieb.
In der Meisterschaft führt Scheiwiller (200), vor Birrer (150) und dem neuen Dritten Weibel (135).
Youngster 125/250
Bei den Youngstern setzte sich der Topfavorit Fabian Tellenbach (KTM) klar durch. Da mit Lukas Fischer sein engster Gegner fehlte (Schlüsselbeinbruch beim baden) hatte er relativ ein leichtes Spiel. Philipp Inderbitzin (Kawasaki) wurde zweimal Zweiter. Die dritten Plätze teilten sich Erich Felder (Yamaha) im ersten Lauf und der Österreicher Dominic Loretter (KTM) im zweiten Lauf. In der Meisterschaft führt Tellenbach (194) überlegen vor Inderbitzin (161) und Fischer (124).
Youngster 85
Das Tagesklassement in dieser Klasse gewann Suzuki Pilot Marc Reiner Schmidt, vor Marcel Baumgartner (KTM) und Renato Müller (Yamaha).
Promo
In dieser Klasse tauchten in Moutier zwei alte Bekannte der Szene auf. Mit Steve Widmer (TM) ein Supermotard Fahrer, der auch auf internationalem Niveau in den Anfangszeiten dieser Sportart vor über zehn Jahren erfolgreich war. Auch der Zweite kein Unbekannter, der ehemalige Spitzencrosser und Supermotardfahrer Gaudenz Gisler (heute in Neuseeland lebend) mit einem Gastspiel am Rennen in Moutier. Beide zeigten, dass sie es immer noch können, Steve Widmer gewann den ersten Lauf. Im zweiten Lauf würgte er in Führung liegend den Motor ab und vergab somit den Doppelsieg. Gaudenz Gisler (Yamaha) kämpfte im ersten Lauf mit einem Sturz. Doch im zweiten Lauf wurde er Dritter, aber wegen Frühstarts um fünf Plätze zurückgesetzt.
Der Tagessieger dieser Klasse war Roy Schärer (KTM), der im ersten Lauf Zweiter wurde und den zweiten Lauf gewann. Christian Baumann (Honda) wurde Tageszweiter und übernahm die Führung in der Meisterschaft vom Jonathan Moret (Yamaha).
Quad
In der Open Klasse gewann Matthias Heidenreich alle drei Läufe jeweils vor Alfred Wolber. Im ersten Lauf wurde Mafrtin Bühler Dritter. In Lauf drei und vier gelang dies Roland Schwendimann. Die Kategorie 450 gewann Christophe Cuche vor Roland Sum und Hans-Jörg Traber, welcher im dritten Lauf einen heftigen Überschlag hatte.
Das nächste Rennen findet am 23./24. September in Aarberg statt. Die Organisation übernimmt wieder die Arbeitsgruppe, da die Moto Clubs rund um Aarberg die Verantwortung wieder nicht übernehmen wollen.
Resultate und Infos unter: Supermotard-Racing.ch
Foto Gallerie 2007: Supermotard-Fotos.ch