05. August 2007 - 13:59
Harsewinkeler Sandbahn-Oval einzigartig

Wer Super-Moto kennt, verbindet damit puren Nervenkitzel und Motorradrennsport vom Feinsten. Vom 8. bis 9. September treffen sich Top-Fahrer aus neun Nationen in Harsewinkel um in der internationalen Deutschen Super-Moto Meisterschaft gegeneinander anzutreten.
Die Fans wissen was sie erwartet, wenn die Jungs auf dem Sandoval vorbei schauen um ihre unbeschreibliche Show abzuliefern. Heisse Motorräder, denen das letzte PS aus dem zur Verfügung stehenden Brennraum entlockt wurde. Ausgefeilte Fahrwerkstechnik, die den wechselnden Ansprüchen aus Asphalt und Sandbahn gerecht wird und waghalsige Zweikämpfe zwischen Piloten der Weltspitze. Die Fans erwarten Fahrmanöver, von denen sie noch wochenlang in ihrem Freundeskreis berichten können, weil die Grenzen des physikalisch denkbaren wie weg gewischt erscheinen.
Doch noch viel aufregender wird das Erlebnis für den Supermoto-jungfräulichen Verstand! Denn was ein Neuling bei einem Super-Moto-Rennen der DM aufnehmen wird, garantiert eine anschließende Hysterie der Sinne! Eine Horde wild gewordener rauscht mit mächtiger Geschwindigkeit in fünf Metern Entfernung am Zuschauer vorbei um vor der nächsten Kurve in aufgerichteter Haltung und zum Schleifen nieder gedrückten Maschinen in den sagenumwobenen Drift überzugehen. Wenn erstmalige Zuschauer nicht vor Schreck, Spannung und Faszination sprachlos und mit offenem Mund den Kopf der Meute hinterher bewegen, so werden sie in große Begeisterung übergehen, denn so etwas hatten sie bis dato weder gesehen, noch für möglich gehalten.
Sobald das Feld dann mit Slickreifen bewaffnet die Sandbahn befährt um das ungemütlichere Drittel des Streckenverlauf hinter sich zu bringen, wird auch dem Letzten klar werden, dass sein Besuch im Emstalstadion die Reise wert war. Mit durchdrehenden Rädern beschleunigen die Piloten ihre Maschinen um den weiten Table von Harsewinkel in einem Satz zu überfliegen. Super-Moto ist schon etwas besonderes, doch Super-Moto in Harsewinkel ist ein einmaliges Erlebnis für Fahrer und Zuschauer.
Der ausgemachte Favorit in Harsewinkel ist sicherlich der Franzose und Ex-Weltmeister Jerome Giraudo, der zu Beginn der Saison sehr dominant auftrat, jedoch mittlerweile auch schon die ein oder andere Feder lassen musste. Denn Bernd Hiemer, der Deutsche und aktuelle Weltmeister der hubraumoffenen Klasse, hat sich in der Meisterschaft zurück gemeldet und Giraudo in St. Wendel und Lüneburg die Zähne gezeigt. Ein Blick zurück in die vergangene Saison kann auch einiges über die Favoritenrolle verraten. Der deutsche Meister Petr Vorlicek glänzte im vergangenen Jahr mit einem Doppelsieg, also wird auch von ihm einiges zu erwarten sein. Ein weiterer WM-Held zieht ein neuerliches Erscheinen in Harsewinkel in Betracht. Max Verderosa, Vizeweltmeister von 2004, schwärmt seit seinem Besuch im vergangenen Jahr von der deutschen Supermoto-Strecke mit dem total schrägen Off Road-Bereich und zieht ernsthaft in Betracht aus Italien anzureisen und speziell in Harsewinkel wieder bei der DM mitzumischen.
Doch letztendlich werden wie so oft die Lokalmatadore dem Publikum den nötigen Kick verpassen. Morten Hagemann aus Gütersloh ist zwar zum ersten Mal als DM-Fahrer in Harsewinkel am Start, doch im vergangenen Jahr war er auf Pokalebene schon sehr schnell auf dieser Strecke. Oliver Springer (Herford) und Jan Deitenbach (Iserlohn) sind zwei weitere DM-Piloten aus dem näheren Umfeld, aber mit die größte Aufmerksamkeit wird sicher erneut Jessica Baruth auf sich ziehen. Die junge Amazone aus Bad Salzuflen begeistert die Fans im ganzen Land, da wird es zu Hause sicher ein Kinderspiel für sein für Begeisterung zu sorgen.
Mit dieser Begeisterung im Schlepptau können die Zuschauer auch in diesem Jahr wieder hautnah an die Stars herantreten, denn das Fahrerlager wird den Besuchern frei zugänglich sein. Wer sich die Maschinen und deren verwegene Piloten aus der Nähe betrachten, oder gar ein Autogramm erhaschen mag, ist herzlich dazu aufgerufen.
Der Eintritt kostet am Samstag (8. September 2007) für Erwachsene 7 Euro, Kinder haben an diesem Tag freien Eintritt. Am Sonntag beträgt der Eintritt 12 Euro, für Jugendliche ab 12 Jahren werden 6 Euro erhoben. Das Wochenend-Ticket gibt es für 15 Euro. Bei allen Tickets ist der freie Zugang zum Fahrerlager und zu allen Tribünen, sowie ein kostenfreier Parkplatz enthalten.