Da eine ansprechende Optik und ausgeklügelte Werbeslogans des Herstellers immer das eine sind, der endgültige Nutzen davon aber nur allzu oft abweicht, hatten wir exklusiv, bevor die Produkte überhaupt im Laden zu haben waren, die Möglichkeit, sie auf der Kartbahn in Walldorf zu testen. Es handelt sich hierbei um einen Satz Carbonräder, eine Bremsanlage, einen in drei Arten verstellbaren Satz Gabelbrücken und eine höhenverstellbare Umlenkung. Als Testmotorrad diente uns eine serienmäßige Yamaha YZ 450 F, welche lediglich mit erwähnten Produkten ausgestattet wurde. Natürlich sind diese auch für andere Modelle erhältlich. Ziel unseres Tests war es herauszufinden, ob entsprechende Teile tatsächlich guck Veränderungen des Fahrverhaltens mit sich bringen oder ob eventuell hier und da doch ein wenig mehr Schein als Sein dahinter stecken. Wir können euch an dieser Stelle natürlich keine Empfehlungen weitergeben, welches Set-up in unseren Augen das sinnvollste war, schließlich ist ein Motocrossfahrwerk für die Jagd noch schnellen Sumo-Rundenzeiten denkbar ungeeignet, der Einfluss der einzelnen Teile auf das Fahrverhalten zeigte sich jedoch deutlich.
Die Carbonräder
Wem es hauptsächlich um die Optik seines Motorrades geht, dem kör wir diesen Radsatz ohne jeglichen Fahreindruck weiterempfehlen. Er leiht dem Motorrad einen derart edlen und exklusiven Look, dass jedem signliebhaber das Herz höher schlagen wird. Die Räder lassen sich mittels eines tauschbaren Trägersystems für Bremsscheibe und Kettenblatt inklusive der entsprechenden Buchsen problemlos in verschiedenen Motorrädern erbauen. Wechselt man also einmal die Marke, kann man seine Räder mit einem anderen Trägersatz weiterverwenden. Lediglich beim Hinterrad gibt es zwei verschiedene Ausführungen, einmal für Kette links und einmal für Kette rechts. Die Räder, die wir getestet haben, sind die bereits erhältlichen Versionen mit fünf Speichen für den On-Road-Betrieb, welche jedoch nicht für den Offroad-Gebrauch gedacht sind. Hier wird in Kürze eine spezielle Competition-Ausführung mit sieben Speichen erhältlich sein. Die aktuellen Versionen verfügen über ein TÜV-Gutachten und können somit auch im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Die Gewichtsersparnis zu einem herkömmlichen Aluminium-Supermoto-Radsatz liegt bei zirka 6 kg. Dass man dies im Fahrbetrieb spüren müsste, war abzusehen, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um rotierende Masse handelt. Wie stark blieb jedoch noch abzuwarten. Zunächst ein paar Runden mit einem herkömmlichen Radsatz drehend, um einen Bezugspunkt zu haben, ist das Resultat mit gen Carbonrädern, dass man bei Richtungswechseln in schnellen Links-Rechts-Schikanen einfach viel zu früh dran ist und fast ins Infield abbiegt, da sich das Motorrad unerwartet leicht Hin und Her ?werfen" lässt. Bereits nach der ersten Runde war klar, dass sich solch ein Radsatz nicht nur optisch lohnt, sondern auch im Handling und damit letztendlich auf der Stoppuhr einen enormen Vorteil bringt.
Die Bremsen
Diese wurden in Zusammenarbeit mit Moto-Master entwickelt und bieten eine preiswerte und komplette Lösung, ohne dass man sich Teile von verschiedenen Herstellern zusammensuchen muss. Für das Hinterrad werden Scheiben angeboten und für das Vorderrad komplette Sätze, bestehend aus einer 320er Scheibe, einer Vier-Kolben-Zange, Belägen und dem Adapter. Die Zange ist so abgestimmt, dass die Originalpumpe benutzt werden rann. Der finanzielle Vorteil im Gegensatz zu einer Radialpumpe liegt auf der Hand und auch im Einsatz auf der Strecke zeigten sich die Bremsen als sehr gelungen, kraftvoll und gut zu dosieren.
Die Gablebrücken
Die Goldspeed-Brücken bieten derart viele Einstellmöglichkeiten, dass es an einem Testtag gar nicht möglich ist, diese alle auszuprobieren. Es lassen sich die Lenkerposition sechsfach, der Versatz der Brücken zweifach und der Winkel der Gabel fünffach verstellen. Das dazu benötigte Material wird mitgeliefert. Bei der Lenkerposition handelt es sich hierbei um Distanzstücke, die bei der Verschraubung der Bäckchen mit der Brücke untergelegt werden, um die Höhe zu variieren und bei dem Winkel der Gabel um Buchsen mit unterschiedlichen Winkeln, die in die Klemmungen der Brücken eingesetzt werden. Der Versatz lässt sich mit einem in den Brücken geklemmten Exzenter mit wenigen Handgriffen von außen einstellen. Die Teile sind alle sehr sauber, exakt und durchdacht gearbeitet, sodass die Handhabung ein Kinderspiel ist. Die Buchsen für den Gabelwinkel beispielsweise verfügen über eine Nut und die Brücken über eine Führungsschraube, sodass sie sich weder verdrehen noch beim Ausbau der Gabel herausfallen können. Neben ihrer Qualität konnten die Brücken jedoch bei unseren Tests auch mit ihrer Effektivität überzeugen. Jede Veränderung der Einstellung machte sich durch direkten Einfluss auf das Fahrverhalten bemerkbar.
Die Umlenkung
Diese lässt sich in der Höhe verstellen. Erreicht wird entsprechendes Feature, wie bei dem Versatz der Brücken, durch einen geklemmten Exzenter, durch den die Achse des unteren Stoßdämpferlagers läuft. Der Dämpfer lässt sich somit stufenlos um bis zu 1,75 mm nach oben oder unten verstellen. Am Heck macht dies dann einen Unterschied in der Sitzhöhe von maximal 3,5 cm aus. Doch nicht nur die Sitzhöhe variiert, auch die Gewichtsverteilung auf die Räder ändert sich mit flacherem oder steilerem Heck, was deutlich zu spüren war.
Fazit
Unserer Meinung nach hatte die Firma MEC-Racing bei der Aufnahme dieser Produkte in ihr Sortiment ein goldenes Händchen. Nicht nur, dass die Teile durch edle Optik und perfekte Verarbeitung glänzen, nein, sie bringen auch ihren versprochenen Vorteil und das mit verhältnismäßig geringem Aufwand. Bestätigt wurde uns dies auch von dem erfahrenen Supermoto Piloten Jochen Jasinski, der uns den gesamten Testtag begleitete und ebenfalls in seinem Rennmotorrad bei der Benutzung der Carbonräder einen spürbaren Vorteil verzeichnete. Bei Fragen zu Preisen und Lieferbarkeit steht die Firma MEC-Racing sicherlich gerne zur Verfügung.
© mit freundlicher Genehmigung von MCE Aktuell - Das Offroadmagazin
| DM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Hermunen, Mauno | 290 Pkt. |
| 2° | Volz, Markus | 227 Pkt. |
| 3° | Götz, Marcel | 200 Pkt. |
| 4° | Kejmar, Pavel | 199 Pkt. |
| 5° | Class, Markus | 199 Pkt. |
| DM S2 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Joannidis, Nico | 225,5 Pkt. |
| 2° | Spaniol, Dirk | 216 Pkt. |
| 3° | Hermann, Michaeln | 203 Pkt. |
| 4° | Deitenbach, Jan | 201 Pkt. |
| 5° | Jasinski, Jochen | 188 Pkt. |
| WM S1 Klasse | ||
|---|---|---|
| 1° | Chareyre, Thomas | 255 Pkt. |
| 2° | Chareyre, Adrien | 248 Pkt. |
| 3° | Lazzarini, Ivan | 224 Pkt. |
| 4° | Hermunen, Mauno | 212 Pkt. |
| 5° | Marie Luce, A. | 159 Pkt. |